20.10.2020

Liebherr bringt LTM 1150-5.3

Nach dem LTM 1120-4.1 im März dieses Jahres stellt Liebherr nun seine zweite Neuentwicklung im AT-Bereich in diesem Jahr vor: den LTM 1150-5.3. Er ist Nachfolger des Erfolgsmodells LTM 1130-5.1, von dem rund 1.500 Einheiten gebaut wurden.

Mit 150 Tonnen maximaler Tragkraft und 66 Meter langem Teleskopausleger ergänzt der LTM 1150-5.3 zudem die Kranpalette der Ehinger unterhalb des 180-Tonners LTM 1160-5.2. Der um zehn Prozent (sechs Meter) längere Teleskopausleger im Vergleich zum Vorgänger hebt im Schnitt 15 Prozent höhere Lasten, sowohl mit Maximal- als auch Teilballast. Die Leistung der Ingenieure dabei: Das niedrige Gesamtgewicht des Vorgängers konnte beibehalten werden. Bei zwölf Tonnen Achslast führt der Kran neun Tonnen Ballast auf öffentlichen Straßen mit.

Wichtiger Unterschied zum Vorgänger: Der neue Kran hat nur noch halb so viele Motoren. Nämlich einen. Liebherr setzt auf mechanischen Antrieb des Oberwagens. Das wegfallende Gewicht des Oberwagenmotors nutzen die Entwickler für einen längeren Ausleger und mehr Tragkraft.

Der Teleskopausleger des neuen LTM 1150-5.3 bietet im Vergleich zum Vorgänger ein Plus von sechs Metern. Bei gleicher Länge von 60 Metern hebt der neue 5-Achser 12 Tonnen in steiler Stellung: 1,5 Tonnen mehr als sein Vorgänger. Bei voll ausgefahrenem Ausleger (66 Meter) hat der Neue eine Tragkraft von über neun Tonnen. Damit empfiehlt er sich für die Montage von Turmdrehkranen und Funkmasten.

Geschäftsführer Christoph Kleiner erklärt: „Als flexibler Allrounder schmückt der LTM 1150-5.3 wie ein Juwel jede Kranflotte: Er verfügt mit seinen 66 Metern über den längsten Ausleger dieser Kranklasse und ist auf Augenhöhe mit Krantypen in der 200-Tonnen-Tragkraftklasse. Er punktet mit herausragenden Traglasten in steiler Stellung sowie bei großer Ausladung. Und er ist auf der Baustelle sofort einsatzbereit. Denn bei 60 Tonnen Gesamtgewicht führt der neue 150-Tonner bereits neun Tonnen Ballast mit. Damit kann er viele Jobs erledigen, ohne dass extra Ballasttransporte benötigt werden.“
Der neue Liebherr LTM 1150-5.3

Mit Gitterverlängerungen erreicht der neue 150-Tonner Hubhöhen bis 92 Meter und Ausladungen bis 72 Meter. Hierzu wird ein 7-Meter-Gitterstück als Auslegerverlängerung und eine 10,8 bis 19 Meter lange Doppelklappspitze eingesetzt. Diese ist optional auch hydraulisch zwischen 0 und 40 Grad verstellbar. Eine 2,9 Meter lange Montagespitze und eine seitlich klappbare Mastnase runden das Angebot ab. Die Gitterspitzen sind kompatibel mit vielen Liebherr-Kranen zwischen 100 und 180 Tonnen Traglast.

Für den Fahrantrieb sorgt ein bewährter 6-Zylinder-Liebherr-Dieselmotor im Unterwagen. Er leistet 400 kW / 544 PS und ein Drehmoment von 2.516 Nm. Der Motor erfüllt die Stufe V, ist aber auch für Länder außerhalb Europas in Tier 4 (für die USA) oder Stufe IIIA für weniger regulierte Märkte zu haben. Die Kraftübertragung auf die Kranachsen leistet ein ZF-Traxon-Getriebe.
Der LTM 1150-5.3 kann bei voll ausgefahrenem Ausleger 9,1 Tonnen bis zu 12 Meter weit rausheben

Und noch was ganz Neues bringt Liebherr: ballastierbare Hakenflaschen. Einerseits müssen diese schwer (genug) sein, um das sichere Spulen der Hubwinde zu gewährleisten. Andererseits sollten sie für den Transport am Kran und für hohe Nettolasten beim Heben so wenig Gewicht wie möglich auf die Waage bringen. Die Lösung: Durch Gewichtsplatten, die auf beiden Seiten der Hakenflasche angebracht werden, wird es möglich, das Gewicht der Flasche zu verändern und so bestmöglich an die jeweilige Situation anzupassen. Christoph Kleiner: „Da ist unseren Ingenieuren ein einfacher, aber genialer Schachzug gelungen, denn somit kann auch hier beim Einsatz noch flexibler reagiert werden.“
Der Kran kann mit 6,2 Tonnen Gegengewicht plus sämtlichen Erweiterungen und Hakenflaschen verfahren

So wiegt beispielsweise eine 3-rollige Hakenflasche, die in dieser Kranklasse bisher 700 Kilogramm auf die Waage bringt, nur noch 500 Kilogramm – kann aber bei Bedarf problemlos und schnell auf 700 Kilogramm aufgerüstet werden. Verfügbar ist das neue System für 1- bis 7-rollige Hakenflaschen. Sie passen sowohl für Krane mit 19- als auch mit 21-Millimeter-Seil. Die Gewichte untereinander sind austauschbar.

Der Launch der neuen Maschien erfolgte diesmal per Video via YouTube:

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