10.02.2026

Leicht runter für Alimak

Der schwedische Konzern Alimak meldete für das Gesamtjahr und das 4. Quartal einen Umsatzrückgang. Besonders der Geschäftsbereich Bau lahmte.

Gesamtjahr
Der Umsatz für die zwölf Monate bis Ende Dezember belief sich auf 6,87 Milliarden Schwedische Kronen (646 Millionen Euro), ein Rückgang von 3,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Gewinn vor Steuern blieb dank geringerer Betriebskosten und Zinsaufwendungen erstaunlicherweise exakt auf dem Niveau des Vorjahres und betrug 810 Millionen Schwedische Kronen (76 Millionen Euro).

Die Ergebnisse der einzelnen Geschäftsbereiche stellten sich wie folgt dar:

Bau: Der Umsatz sank um 5,7 Prozent auf 1,53 Milliarden Schwedische Kronen (144 Millionen Euro), der operative Gewinn lag bei 215 Millionen Schwedischen Kronen (20,2 Millionen Euro), ein Minus von 6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Auftragseingang sank um 15,8 Prozent auf umgerechnet knapp 140 Millionen Euro.

Fassadenzugang: Der Umsatz ging um 3,4 Prozent auf 1,92 Milliarden Schwedische Kronen zurück, der operative Gewinn lag bei 233 Millionen Kronen – unverändert gegenüber dem Vorjahr. Der Auftragseingang sank um 6,8 Prozent auf 1,84 Millionen Kronen.

Lösungen für Arbeitssicherheit & Produktivität in der Höhe: Der Umsatz sank um 5 Prozent auf 1,29 Milliarden Schwedische Kronen, der operative Gewinn ging um 17,7 Prozent auf 229 Millionen Kronen zurück. Der Auftragseingang stieg um 1,7 Prozent auf 1,36 Milliarden Schwedische Kronen.

Industrie: Der Umsatz betrug 1,54 Milliarden Schwedische Kronen, ein Plus von 0,6 Prozent. Der operative Gewinn stieg um 25,5 Prozent auf 393 Millionen Kronen. Der Auftragseingang erhöhte sich um 10,3 Prozent auf 1,7 Milliarden Schwedische Kronen.

Windenergie: Der Geschäftsbereich Windenergie erzielte einen Umsatz von 641 Millionen Kronen, ein Rückgang von 7,5 Prozent, während der operative Gewinn um 6,6 Prozent auf 124 Millionen Kronen sank. Der Auftragseingang stieg um 10,7 Prozent auf 741 Millionen Kronen.



Viertes Quartal
Der Gesamtumsatz im dritten Quartal betrug 1,69 Milliarden Schwedische Kronen, ein Rückgang von 3,2 Prozent gegenüber 2024. Der Vorsteuergewinn brach um 44 Prozent auf 138 Millonen Kronen ein. Der Auftragseingang lag im Quartal um 1,7 Prozent höher mit einem Wert von 7,08 Milliarden Schwedische Kronen.

Die einzelnen Geschäftsbereiche entwickelten sich wie folgt:
Bauwesen: Der Umsatz sank um 5,2 Prozent auf 380 Millionen Kronen, der operative Gewinn betrug 36 Millionen Kronen, ein Rückgang von 19,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Auftragseingang rauschte runter um 35,8 Prozent auf 389 Millionen Schwedische Kronen.

Fassadenzugang: Der Umsatz ging um 15 Prozent auf 447 Millionen Kronen zurück, der operative Gewinn sank um 18,1 Prozent auf 68 Millionen Kronen. Der Auftragseingang stieg um 6,4 Prozent auf 511 Millionen Kronen.

Lösungen für Sicherheit & Produktivität in der Höhe: Der Umsatz sank um 1,6 Prozent auf 312 Millionen Kronen, der operative Gewinn ging um 15,8 Prozent auf 47 Millionen Kronen zurück. Der Auftragseingang stieg um 6,4 Prozent auf 358 Millionen Kronen.

Industrie: Der Umsatz betrug 415 Millionen Kronen, ein Rückgang von 1,5 Prozent. Der operative Gewinn sank um 2,3 Prozent auf 106 Millionen Kronen. Der Auftragseingang stieg minimal um 0,6 Prozent auf 439 Millionen Kronen.

Windenergie: Der Geschäftsbereich Windenergie erzielte einen Umsatz von 150 Millionen Kronen, ein Minus von 9,5 Prozent, während der operative Gewinn um 2,8 Prozent auf 28 Millionen Kronen zurückging. Der Auftragseingang stieg um 58,5 Prozent auf ein Volumen von 209 Millionen Kronen.

CEO Ole Kristian Jødahl sagt: „2025 war ein anspruchsvolles Jahr, in dem mehrere externe Faktoren die Geschäftsentwicklung beeinträchtigten. Trotz dieser Herausforderungen bin ich zufrieden, dass wir ein organisches Auftragseingangswachstum von 8 Prozent und eine bereinigte EBITA-Marge von 17,4 Prozent erzielt haben. Dies unterstreicht die Widerstandsfähigkeit unseres Unternehmens.

Ein erheblicher negativer Währungseffekt belastete Auftragseingang, Umsatz und Ergebnis. Die US-Zölle wirkten sich auf die Nachfrage aus, und der globale Baumarkt blieb verhalten. Daher stand das Jahr im Zeichen der Konsolidierung. Wir sicherten die Profitabilität, stärkten unsere marktführende Position und investierten weiter in beschleunigtes, profitables Wachstum. Der operative Cashflow befand sich auf einem guten Niveau und belegt unsere operative Disziplin und unser effektives Working-Capital-Management.“

Er fährt fort: „Der Geschäftsbereich Bauwesen verzeichnete ein schwaches Quartal. Die Investitionen unserer Kunden in neue Maschinen bleiben in diesem herausfordernden Umfeld weiterhin auf einem sehr niedrigen Niveau. Auch der Aftermarket war im Quartal betroffen, da ein erheblicher Teil des Maschinenparks unserer Kunden nicht ausgelastet war. Obwohl der Markt weiterhin sehr schwach ist, investieren wir kontinuierlich in neue Segmente, Branchen und Produkte, in denen wir Wachstumspotenzial sehen.

Der Geschäftsbereich Fassadenzugang verzeichnete einen starken Auftragseingang und entwickelt sich weiterhin positiv, begleitet von kontinuierlichen operativen Verbesserungen. Im Quartal waren Kosten im Zusammenhang mit der endgültigen Ablösung eines bedeutenden Altprojekts enthalten. Alle verlustbringenden Altprojekte sind nun abgeschlossen.

Der Geschäftsbereich Industrie erzielte insgesamt eine starke Leistung, wobei das Auftragswachstum aufgrund zeitlicher Effekte etwas geringer als erwartet ausfiel. Die Geschäftsentwicklung ist weiterhin in allen Segmenten und den meisten Regionen positiv.“

Abschließend kommt er zum Geschäftsbereich Wind: „Dieser verzeichnete im Quartal einen starken Auftragseingang. Das US-Geschäft erholte sich deutlich, Europa legte weiter zu, und der asiatisch-pazifische Raum (APAC) agierte auf einem soliden Niveau mit anhaltenden Marktanteilsgewinnen. Umsatz und Gewinn lagen etwas niedriger, was auf einen schwächeren Auftragseingang in den Vorquartalen zurückzuführen ist. Dank der sich verbessernden Dynamik in den Schlüsselmärkten ist der Geschäftsbereich jedoch gut für den weiteren Erfolg aufgestellt.“

Blick in die Zukunft
Jødahl sagt: „Wir blicken weiterhin sehr optimistisch auf die kommenden Marktchancen. Geopolitische Spannungen werden in den kommenden Jahren Investitionen in Infrastruktur, Verteidigung, allgemeine Industrie und Energie vorantreiben, während wir für mindestens das erste Halbjahr dieses Jahres weiterhin mit einem verhaltenen Baumarkt rechnen. Wir werden unsere bewährte Strategie „New Heights“ konsequent weiterverfolgen und uns dabei auf profitables Wachstum, operative Exzellenz und langfristige Wertschöpfung konzentrieren.“


Vertikal Kommentar

Alimak hat sich bisher gut geschlagen und die Integration mehrerer großer und sehr unterschiedlicher Akquisitionen erfolgreich bewältigt, ohne dabei den Fokus auf sein Kerngeschäft mit Mastkletterbühnen und Aufzugstehnik zu verlieren. Nun steht das Unternehmen vor schwierigen Zeiten, und in dieser Phase wird das Management auf die Probe gestellt.

Die größte Herausforderung besteht darin, die Interessen der Investoren, die auf kurzfristige Gewinne und eine „gute Story“ fokussiert sind, mit den mitunter langfristigen Bedürfnissen des realen Geschäfts in Einklang zu bringen. Das Unternehmen verfügt über ein breit gefächertes Geschäftsfeld, das einen guten Schutz vor marktbedingten Schwankungen im Baugewerbe bietet, ohne dabei seinen Fokus auf Höhenzugang zu weit zu verlieren. Es ist finanziell und markttechnisch gut aufgestellt. 2026 könnte ein entscheidendes Jahr für die weitere Entwicklung sein.

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