06.10.2026

Yama Saha übernimmt die Rechte an Ommelift

Nach der Insolvenz des dänischen Arbeitsbühnenherstellers hat Yama Saha die Namens-, Marken- und IP-Rechte an Ommelift übernommen. Damit will er die Marke erhalten und vor allem eine Perspektive für die Ersatzteilversorgung bestehender Maschinen schaffen. Ob zu einem späteren Zeitpunkt wieder neue Arbeitsbühnen unter dem Namen Ommelift angeboten werden, bleibt offen.

Die Geschichte des Unternehmens begann 1906 mit einer Schmiede im dänischen Sønder Omme. Über Generationen entwickelte die Familie Lorentsen den Betrieb weiter. 1980 entstand die erste Ommelift-Arbeitsbühne. Später machten insbesondere Anhänger- und Raupenarbeitsbühnen den Namen international bekannt. Die Insolvenz im Juni 2026 beendete diese lange Unternehmensgeschichte in ihrer bisherigen Form.

Für Saha ist Ommelift seit fast drei Jahrzehnten Teil seines Berufslebens. Bereits 1998 hatte er über seinen damaligen Arbeitgeber mit den Maschinen und ihren Kunden zu tun. Als der dänische Hersteller 2004 eine eigene Gesellschaft in Deutschland aufbaute, gehörte Saha zum Gründungsteam. Von Langenhagen aus wurden anschließend Vertrieb, Kundendienst, Ersatzteilservice und Reparaturen für den deutschen Markt organisiert und ein Netz aus Händlern und Servicepartnern aufgebaut.
Yama Saha

Saha blieb dem Unternehmen über die folgenden Jahre verbunden, zunächst im Vertrieb und später als Geschäftsführer. Die Zusammenarbeit mit Harry Lorentsen und seiner Familie prägte diese Zeit ebenso wie die engen Beziehungen zu Kunden, Händlern und Mitarbeitern. Als Saha 2020 alleiniger geschäftsführender Gesellschafter der deutschen Gesellschaft war, erhielt diese den Namen Sahalift. Die Umbenennung sollte dem inzwischen deutlich breiteren Angebot mit mehreren Herstellern Rechnung tragen. Die Verbindung zu Ommelift und die Betreuung der Marke blieben bestehen.

„Ommelift ist für mich weit mehr als ein Name auf einer Maschine“, sagt Saha. „Ich kenne die Menschen hinter dem Unternehmen, viele Händler und viele unserer Kunden seit Jahrzehnten. Wir haben gemeinsam viel aufgebaut. Umso schwerer war es, die Insolvenz zu erleben.“

Nachdem Bemühungen um eine Fortführung des dänischen Unternehmens durch andere Investoren ohne Ergebnis geblieben waren, entschied sich Saha zur Übernahme der Rechte. „Ich konnte nicht einfach zusehen, wie der Name Ommelift und das über so viele Jahre aufgebaute technische Wissen verloren gehen. Für mich ist das ein Schritt zurück zu meinen Wurzeln – back to the roots. Zugleich ist es eine Verantwortung gegenüber den Menschen, die weiterhin auf ihre Ommelift-Maschinen angewiesen sind.“

Im Mittelpunkt stehe zunächst die weltweite Vermarktung und Lieferung von Ommelift-Ersatzteilen, heißt es. Das Team soll vorhandene technische Unterlagen und Liefermöglichkeiten aufarbeiten, verfügbare Teile und Bezugsquellen prüfen und klären, wo eine Beschaffung oder gegebenenfalls Nachfertigung möglich ist. Ziel ist es, Kunden und Servicepartnern wieder eine verlässliche Anlaufstelle für Ersatzteilanfragen zu bieten.

„Viele unserer Kunden setzen ihre Maschinen seit Jahren täglich ein. Sie brauchen Antworten und Ersatzteile, damit diese Maschinen weiterarbeiten können. Dafür eine Lösung aufzubauen, ist das Mindeste, was wir ihnen schulden“, erklärt Saha. Zugleich bittet er um Geduld. Nach der Insolvenz müssen Informationen, Bezugswege und Abläufe erst wieder zusammengeführt werden. Deshalb werden nicht alle Ersatzteile sofort verfügbar sein. „Ich möchte nichts versprechen, was wir heute noch nicht halten können. Wir werden jede Möglichkeit prüfen, Anfragen so schnell wie möglich bearbeiten und offen kommunizieren, wenn die Beschaffung eines Teils mehr Zeit benötigt.“

Für den künftigen Betrieb wird eine neue Ommelift GmbH gegründet, die eigenständig am Markt agieren soll. Nähere Informationen zur Gesellschaft sowie Ansprechpartner und Kontaktdaten für Ersatzteilanfragen würden veröffentlicht, sobald die Vorbereitungen abgeschlossen seien.

Eine mögliche Rückkehr von Ommelift-Produkten sieht Saha als Frage für die Zukunft: „Ob wir in einigen Monaten oder Jahren wieder Maschinen unter dem Namen Ommelift anbieten können, kann ich heute nicht sagen. Zuerst müssen wir die Ersatzteilversorgung aufbauen und unsere Hausaufgaben machen. Danach können wir über einen zweiten Schritt sprechen. Die vor uns liegende Arbeit wird nicht einfach“, sagt Saha. „Aber wir kennen die Maschinen, wir kennen die Branche und wir kennen viele der Menschen, die uns seit Jahren vertrauen. Gemeinsam mit unseren treuen Kunden und Partnern bin ich zuversichtlich, dass Ommelift auch in Zukunft seinen Platz im Markt haben kann.“

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