16.10.2026

Neuer Teleskoplader aus Deutschland

Der süddeutsche Hersteller Mona Motors mit Firmensitz in Bad Waldsee hat mit dem Mona Nova einen völlig neuen, rein elektrisch betriebenen Teleskoplader auf den Markt gebracht, der speziell für den Agrarsektor konzipiert wurde. Seine Eckdaten: 2,7 Tonnen Traglast, 6,30 Meter Hubhöhe.

Das junge Unternehmen ist davon überzeugt, dass landwirtschaftliche Betriebe, die ihren eigenen Strom – etwa durch Solar- oder Windkraftanlagen – erzeugen, am meisten von einer solchen Maschine profitieren. Sie können dadurch die größten Einsparungen im Vergleich zu einem dieselbetriebenen Pendant erzielen.
Der neue Mona Nova

Laut Mona wurde der Nova von Grund auf als Elektrofahrzeug entwickelt. Er verfügt über ein 54-kW-Antriebssystem sowie einen separaten 26-kW-Antrieb für die Hydraulik. Die Energie liefert ein 80-Volt-LiFePO4-Akku mit einer Kapazität von 46 kWh, der entweder über eine Wallbox oder das integrierte Standard-Ladegerät aufgeladen werden kann.

Zwar liegen noch keine endgültigen technischen Daten vor, doch zur Ausstattung gehören unter anderem ein vollständig integriertes Telematiksystem sowie die App Mona Connect. Damit kann der Landwirt den Ladezustand des Akkus überwachen und den Ladevorgang so steuern, dass er optimal auf den Energieverbrauch und die eigene Stromerzeugung des Betriebs abgestimmt ist.

Software-Updates lassen sich over the air aufspielen, ohne dass ein Serviceeinsatz vor Ort erforderlich ist. Eine Klimaanlage und ein Sitzheizungssystem runden die Ausstattung ab. Auf der Website des Unternehmens wird ein Listenpreis von 95.081 Euro – inklusive Mehrwertsteuer – angegeben.

In einer Mitteilung von Mona heißt es: „Ein elektrischer Antrieb kann bei einer hohen jährlichen Betriebsstundenzahl wirtschaftlich sehr attraktiv sein. Ein herkömmlicher Teleskoplader verbraucht etwa acht Liter Diesel pro Betriebsstunde – bei 750 Betriebsstunden im Jahr sind das rund 6.000 Liter. Unter vergleichbaren Bedingungen benötigt der Nova hingegen durchschnittlich etwa 12,5 kWh pro Betriebsstunde. Die tatsächlichen Einsparungen hängen dabei natürlich von den jeweiligen Diesel- und Strompreisen ab.“
Ein Energiespeichersystem mit 233 kWh Kapazität kann den Teleskoplader aufladen


Hintergrund zum Unternehmen
Mona Motors hat seinen Sitz in Bad Waldsee, nördlich von Ravensburg in Baden-Württemberg. Das Familenunternehmen wurde Ende 2023 von Christoph Neyer und Mona Céline Lindenmeyer als Ausgründung aus dem Landtechnik-Fachhandel Neyer Landtechnik ins Leben gerufen. Christoph Neyer führt den 190 Jahre alten Betrieb seit 2018 in sechster Generation, nachdem er ihn von seinem Vater übernommen hatte.

Neyer verfügt über einen technischen Hintergrund und war zudem einige Jahre bei der internationalen Unternehmensberatung Bain & Company tätig. Seit der Übernahme des Unternehmens war es sein erklärtes Ziel, einen eigenen Fertigungsbetrieb aufzubauen – ein Vorhaben, das 2023 mit der Gründung von Mona Motors Realität wurde. Den Anfang machten kleine elektrische Radlader; zudem produziert das Unternehmen spezielle Batteriesysteme.

Eine Besonderheit des Unternehmens ist, dass es eine beachtliche Anzahl hochqualifizierter Ingenieure und Techniker indischer Herkunft beschäftigt, die ihre Ausbildung an renommierten Hochschulen in Indien und Deutschland absolviert haben.


Vertikal Kommentar

Bis diese Woche war uns das Unternehmen noch unbekannt, doch es scheint sich bereits einen beachtlichen Kundenstamm unter Landwirten und spezialisierten Betrieben in ganz Deutschland aufgebaut zu haben. Auch das Marketing des Unternehmens ist ausgesprochen dynamisch und innovativ. Von außen betrachtet wirkt es wie ein vielversprechendes, junges Unternehmen – voller Ideen und unbelastet von starren Konzernstrukturen oder Altlasten.

Dass es in so kurzer Zeit bereits so viel erreicht hat, spricht für eine solide Finanzierung und eine hohe Dynamik. Ein Unternehmen, das man definitiv im Auge behalten sollte.

Dies verdeutlicht zudem, wie sich der Markt für Teleskoplader möglicherweise im Wandel befindet. Bisher galt es als äußerst schwierig für neue Akteure, in diesen Markt einzudringen – eine Erfahrung, die selbst Branchenriesen wie Caterpillar, Volvo und Case machen mussten. Heute jedoch sehen wir, dass chinesische Unternehmen Marktanteile gewinnen, ebenso wie Startups wie dieses. Ein Blick auf den Automobilmarkt genügt, um zu erkennen, wie schnell sich die Dinge heutzutage entwickeln können.

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