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05.09.2006

Mehr und mehr Mängel an Nutzfahrzeugen

Der Trend der vergangenen Jahre setzt sich fort: Immer mehr Nutzfahrzeuge weisen erhebliche Mängel auf. Dies hat der TÜV Nord ermittelt, indem er die Nutzfahrzeug-Hauptuntersuchungen im Jahr 2005 analysiert hat. 16,3 Prozent der Nutzfahrzeuge waren an den TÜV-Stationen mit gravierenden sicherheitsrelevanten Mängeln aufgefallen. 2004 waren es noch 15,8 Prozent, 2003 nur 15,5 Prozent. Zum Vergleich: 2004 wiesen 18,4 Prozent der Pkw erhebliche Mängel auf und 7,9 Prozent der Motorräder.

Häufigste Mängel sind jene an Beleuchtung oder Elektrik. 34,6 Prozent der Nutzfahrzeuge mussten hier nachbessern. Verbessert hat sich hingegen der Zustand der Bremsen. Nur noch 18,5 Prozent erhebliche Mängel zählten die TÜVler hier gegenüber 22,3 Prozent im Vorjahr. „Dies zeigt uns, dass hier gezielt gewartet wird, um Unfälle zu vermeiden. Hinzu kommt, dass neuere Nutzfahrzeuge mit immer modernerer Technik ausgestattet werden“, so Hans-Joachim Wein von TÜV Nord Mobilität. In der Gruppe der Achsen, Räder und Reifen notierten die Mobilitätsberater bei 15,3 Prozent (16,3) der untersuchten Fahrzeuge Mängel. Leicht rückläufig auch die Mängel am Fahrgestell mit 12,7 Prozent (13,4).

Die unterschiedlichen Fahrzeugarten weichen in ihren Ergebnissen stark voneinander ab. Während nur 40,5 Prozent der Lkw mängelfrei in die Untersuchung kamen, waren 62,8 Prozent der Anhänger ohne Auffälligkeiten. „Die unterschiedliche Beanspruchung führt zu diesen stark abweichenden Ergebnissen“, erklärt Hans-Joachim Wein. Im Folgenden die Ergebnisse für die einzelnen Fahrzeugarten.

Selbstfahrende Arbeitsmaschinen
18,6 Prozent (18,1) der selbstfahrenden Arbeitsmaschinen haben gravierende Mängel, die sich auf die Sicherheit von Fahrzeug, Fahrer und Verkehr auswirken können. Die Beleuchtungseinrichtung fiel in 38,4 Prozent (40,2) aller selbstfahrenden Arbeitsmaschinen als mangelhaft auf, die Bremsen mit 20,4 Prozent (24,0). Fahrgestell mit 12,1 Prozent (11,6) und Umweltschutz mit 18,5 (18,0) liegen dahinter.

Anhänger und Auflieger
Anhänger und Auflieger machten insgesamt mehr als die Hälfte aller geprüften Nutzfahrzeuge aus: 11,1 Prozent (11,2) hatten erhebliche Mängel. Mängel an der lichttechnischen Einrichtung hatten 29,3 Prozent (28,9) der untersuchten Fahrzeuge. Hans-Joachim Wein: "Beleuchtungsmängel lassen sich vermeiden. Deshalb sollte der Gang um das Fahrzeug selbstverständlich sein.“ 16,3 Prozent (17,7) der Anhänger fielen wegen der Bremsanlage auf, 11,9 Prozent (13,4) hatten Mängel an Achsen, Rädern, Reifen, 10,5 Prozent (11,8) am Fahrgestell.

Lkw
Rund ein Viertel der untersuchten Nutzfahrzeuge sind Lkw. Nur 40,5 Prozent (39,5) sind mängelfrei, das ist der schlechteste Wert für eine Fahrzeugart bei den Nutzfahrzeugen. 29,5 Prozent (27,4) haben gar erhebliche Mängel. Wein empfiehlt regelmäßige Checks für Lkw. Bei 46,9 Prozent (45,6) der Lkw war die Beleuchtung nicht in Ordnung, bei 30,9 Prozent (35,4) waren die Bremsen zu beanstanden, bei 28 Prozent (26,8) war etwas mit Achsen, Rädern, Reifen nicht in Ordnung. Mängel, die sich auf die Umwelt negativ auswirken (22,5 Prozent gegenüber 21,0) und Mängel am Fahrgestell (21,4 gegenüber 20,7) waren ebenfalls auffällig.

Zugmaschinen
15,7 Prozent (14,9) der Zugmaschinen haben erhebliche Mängel. Dabei fallen besonders die lichttechnische Einrichtung (36,5 Prozent (35,2)), Achsen, Räder, Reifen (10 (11,9)), Bremsen (9,1 gegenüber 10,4) sowie die Lenkung (10,7 gegenüber zuvor 10,4) ins Gewicht.

Omnibusse
Omnibusse sind nach den Anhängern die Fahrzeugart mit den besten Werten in der Statistik von TÜV NORD Mobilität: 61,1 Prozent (57,5) der untersuchten Busse fahren mangelfrei. Dennoch haben 15,3 Prozent (13,9) der untersuchten Omnibusse erhebliche Mängel. Auch hier ist die Beleuchtungseinrichtung bei 25,6 Prozent (24,2) der untersuchten Fahrzeuge mangelhaft. Die Bremse weist bei 17,4 Prozent (21,4) der Fahrzeuge Mängel auf. Achsen, Räder und Reifen folgen mit deutlichem Abstand bei 10,4 Prozent der Fahrzeuge (10,2). „Die relativ guten Ergebnisse dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass immer noch knapp 40 Prozent der Omnibusse sicherheitsrelevante Mängel aufweisen. Aufgrund der großen Verantwortung, die Busunternehmen gegenüber ihren Passagieren haben, sollte das eigentlich nicht sein.“

Fazit
Trotz des Rückgangs der Mängel an einzelnen Bauteilen gibt es keinen Grund zur Entwarnung: Die Anzahl der Nutzfahrzeuge mit gravierenden Mängeln nimmt langsam, aber konstant zu. „Nur regelmäßige Wartungen können dafür sorgen, dass aus einem Mangel kein schwerer Unfall entsteht“, sagt Hans-Joachim Wein. „Wir können aufgrund der Untersuchungen, die wir vornehmen, Hinweise darauf geben, welche Schwachstellen es gibt und können Lösungen zeigen, wie man diese behebt“, so Wein. „Der Check von Bremsen, Beleuchtung und Reifen vor jedem Fahrtantritt dient immer auch der eigenen Sicherheit.“

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