02.09.2019

Franco Fassi 1930 - 2019

Uns erreichte die traurige Nachricht, dass Franco Fassi, Gründer der nach ihm benannten Ladekranfirma, gestorben ist. Er verstarb am Abend des 19. August im Urlaub mit seiner Familie in Pinzola, im Trentiner Gebirge. Franco Fassi wurde 89 Jahre alt, ging aber bis zuletzt jeden Tag zur Arbeit und ging oft auch durch die Produktionshallen, wenn er die Fabrik besuchte.
Franco Fassi

Die Familie Fassi betrieb ursprünglich ein Handels- und Transportunternehmen, wobei Francos Vater Giacomo das Unternehmen 1946 offiziell registrierte, um Holz, Kohle und später Baumaterialien zu verkaufen und gleichzeitig den entsprechenden Transport zu gewährleisten.
Ein frühes Foto von 1938 mit Alberto Fassi (r), einem ungenannten Lieferanten und Giacomo Fassi


Franco arbeitete von klein auf mit dem Familienunternehmen – heute Fassi Giacomo e figlio (Giacomo Fassi und Sohn) - zusammen und begeisterte sich für die Lastkraftwagen, die das Unternehmen führte – insbesondere für die Motoren. Während dieser Zeit absolvierte er in Mailand Schulungen zu den Themen Motoren und Maschinenbau, wobei er sich über die zunehmende Regulierung der LKW-Branche informierte. Bei einem Treffen zwischen der Industrie und dem zuständigen Ministerium in Rom traf er den Foco-Kranimporteur (später Hiab-Foco) für Italien und stimmte zu, die Krane in seiner Region zu verkaufen.

Mitte der 1960er Jahre traf dann eine schwere Wirtschaftskrise die Bauwirtschaft und das Unternehmen besonders hart. Die Familie Fassi hatte keine andere Möglichkeit, als das Unternehmen drastisch an die Situation anzupassen und die Zahl der Mitarbeiter von mehr als 100 auf nur ein Dutzend Arbeiter zu reduzieren.

1965, als er erkannte, dass eine Änderung notwendig war, beschloss er, seine eigenen Ladekrane zu bauen und beauftragte den Ingenieur Ermes Campanella mit der Konstruktion. Der erste Prototyp scheiterte offenbar während des ersten Tests auf dem Prüfstand, was ein Redesign erforderte. Die erste Einheit, der drei Tonnen schwere M30, wurde gebaut und an eine lokale Firma verkauft. Dies war der Beginn des neuen Unternehmens Fassi Gru, und in den nächsten drei Jahren wurden 150 Krane produziert.
Zwei der frühen Fassi-Krane


1968 exportierte das Unternehmen seinen ersten Kran nach Frankreich und ernannte dort einen Händler für seine Krane. Die Vertretung in Spanien folgte auf den Fuß, und so startete eine schrittweise internationale Expansion. In den 1980er Jahren war das Unternehmen der dominante Produzent auf dem italienischen Markt und begann, sein Vertriebsnetz in Übersee schneller auszubauen. Heute ist es ein globales Unternehmen, das zu den drei größten Herstellern von Ladekranen weltweit zählt.
Franco Fassi mit Sohn Giovanni beim Gang durch die Produktionshallen


Franco Fassi hinterlässt Frau Angela mit seinen drei Kindern, seinem Sohn und Fassi Gru-Geschäftsführer Giovanni sowie den Töchtern Anna Maria und Raffaella.

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