29.10.2019

Palfinger segelt weiter auf Wachstumskurs

Alles eine Frag der Organisation? Palfinger hat seine Ergebnisse für das dritte Quartal veröffentlicht und erreicht in puncto Umsatz neue Rekordwerte. In den ersten drei Quartalen 2019 stieg der Umsatz der Palfinger-Gruppe im Jahresvergleich von 1,182 Milliarden Euro um zehn Prozent auf 1,3 Milliarden Euro. Das ist ein neuerlicher Rekord für diesen Berichtszeitraum.

Dazu hat der Geschäftsbereich Land mit 1,07 Milliarden Euro (+14 Prozent) beigetragen, der mit mit 116,2 Millionen Euro ein um ein Prozent höheres operatives Ergebnis erzielt hat als im Vorjahr. Auf das Segment Sea entfielen 142,1 Millionen Euro, was einem Rückgang von 14 Prozent entspricht. Dabei hat sich immerhin der operative Verlust von -14 Millionen Euro im Vorjahr auf -7,7 Millionen Euro in diesem Jahr nahezu halbiert. Das Konzernergebnis vor Steuern verbesserte sich um 21 Prozent auf 107,1 Millionen Euro. Die Nettoverschuldung hingegen kletterte um acht Prozent auf 576,9 Millionen Euro. Und die Zahl der Mitarbeiter legte um knapp 400 auf 11.055 zu.

Das Unternehmen hat allerdings keinen vollständigen Bericht veröffentlicht, sondern nur einzelne Kennzahlen, sodass Einzelheiten zum dritten Quartal noch nicht vorliegen. Betrachtet man den Jahresverlauf, so zeigt sich, dass der Peak möglicherweise schon vorbei und Palfingers Kennzahlen sich von der Tendenz her auf dem absteigenden Ast befinden: Der Umsatz kletterte zwar noch von Q1 zu Q2 von 441 auf 452,5 Millionen Euro, ging nach der Jahresmitte aber auf 407,2 Millionen Euro in die Knie. Das heißt, der Umsatz zwischen Juli und September 2019 ist um zehn Prozent rückläufig.

Wegen der geringeren Anzahl an Arbeitstagen sei das 3. Quartal traditionell schwächer, hält der Konzern gelassen entgegen. Das EBITDA lag erst bei 61,2 Millionen Euro, dann bei 58,9 Millionen Euro; nun, in Q3, bei 55 Millionen Euro. Und das EBIT? Dito: Es ging von 42,7 auf 40,6 Millionen Euro runter und rutschte nun auf 36 Millionen Euro.

Hinzu kommt: Das EBITDA erhöhte sich in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres von 147,6 Millionen Euro um 18,7 Prozent auf 175,1 Millionen Euro. Diese Verbesserung spiegelt dem Konzern zufolge die gute Geschäftsentwicklung wider, beinhaltet aber auch einen positiven Effekt in Höhe von 8,2 Millionen Euro aufgrund der geänderten Bilanzierungsanforderungen bei Leasingverhältnissen (IFRS 16 Leases).

Geschäftsführer Andreas Klauser resümiert selbstsicher: „Diese starke Leistung ist auf die neue Organisationsstruktur Global Palfinger Organisation und die Restrukturierung des Segments Sea zurückzuführen. Die neue Organisation stärkt spürbar die globalen Strukturen und die Zusammenarbeit zwischen den Unternehmenseinheiten. Damit heben wir Synergiepotenziale in der Gruppe und erzielen Effizienzsteigerungen.“

Im Segment Sea konnte Palfinger seine Abhängigkeit vom Öl- und Gasgeschäft durch Fokussierung auch auf andere Segmente wie Kreuzfahrt-/Rettungsausrüstung deutlich verringern und die Strukturkosten massiv senken. Dies führte nun zum Break-Even, also raus aus den roten Zahlen. Das Joint Venture mit dem chinesischen Lebens- und Rettungsboothersteller Neptune soll dem Konzern zudem weitere Möglichkeiten eröffnen.

Das Unternehmen sagt, dass es mit einem starken Auftragsbestand in das vierte Quartal gegangen sei. „Trotz Rezessionssorgen sind wir überzeugt, unsere Wachstumsziele für 2022 erreichen zu können“, betont Andreas Klauser. 2019 soll ein Jahresumsatz von 1,7 Milliarden Euro, im Jahr 2022 von zwei Milliarden Euro erzielt werden.


Vertikal Kommentar
Insgesamt ist dies ein ausgezeichnetes Ergebnis von Palfinger, das sich endlich darauf zu konzentrieren scheint, seine weniger erfolgreichen Projekte im Marinegeschäft auszusortieren. Die Strategie, sich dabei auf lebensrettende Geräte zu fokussieren, erscheint etwas seltsam für ein Unternehmen, das sich mit Technik fürs Heben und für den Materialumschlag befasst. Wenn dieser Teil des Geschäfts jedoch weiter wächst und gedeiht, eröffnet sich für Palfinger die Möglichkeit, ebendiesen Teil des Geschäfts zu verkaufen und sein Offshore-Krangeschäft wieder ins Hauptkrangeschäft zu integrieren und die Mittel entweder zur Schuldentilgung oder zur Investition in sein Kerngeschäft einzusetzen.

Für das Gesamtjahr rechnet das Unternehmen mit einem Umsatz von 1,7 Milliarden Euro. Den sollte es allerdings aufgrund der Auftragslage deutlich übertreffen, während das Vorsteuerergebnis bereits nahezu das Niveau des Gesamtjahres 2018 erreicht hat.

Was die Pläne für den Zwei-Milliarden-Umsatz bis 2022 betrifft, so dürfte dies relativ einfach zu erreichen sein – wenn es keine schwere globale Rezession gibt. Breit aufgestellt und global erfolgreich, wäre es sogar denkbar, dass der Konzern sein Ziel früher erreicht, nämlich 2021.

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