03.09.2020

Lettische Lieferung

Hochrangige Delegation bei Übergabe einer Containerbrücke an BCT in Riga: Vor Kurzem hat Sany Europe eine Containerbrücke STS454701 im Hafen von Riga an den lettischen Kunden Baltic Container Terminal übergeben. BCT-Firmenchef Gerard Sammut hatte hochrangige Vertreter zur feierlichen Übergabe eingeladen, darunter den chinesischen Botschafter Liang Jianquan, Sany-Europe-Geschäftsführer Deng Haijun, Repräsentanten des Verkehrsministers Tālis Linkaits sowie zwei Vertreter des Freeport of Riga, CEO Ansis Zeltiņš und Vorstandschef Viesturs Zeps.

Die Teilnehmer der Zeremonie hoben die Bedeutung des Hafens von Riga und die Entscheidung für einen Sany-Kran entlang der Initiative One Belt, One Road hervor. Dieser Ship-to-Shore-Kran ist der zweite Sany-Kran von BCT nach einem Kauf im Jahr 2014. So weit, so normal. Scheinbar.
Hochrangige Vertreter bei der offiziellen Übergabe

Denn BCT und Sany hatten dabei mit heftigen Herausforderungen zu kämpfen, verursacht durch die weltweite Corona-Pandemie. Komplett montiert traf die Containerbrücke Mitte Mai pünktlich im Hafen von Riga ein. Was für den Kran ein Leichtes war, sollte Menschen zu diesem Zeitpunkt nicht so leicht gelingen: das Überschreiten nationaler Grenzen, schon gar nicht aus Übersee kommend. Die EU – seit März dicht.

BCT drang darauf, die Containerbrücke so schnell wie möglich zu montieren und in Betrieb zu nehmen. So organisierte Sany flugs ein Team von fünf leitenden Ingenieuren mit dem Ziel, diese irgendwie – und am besten möglichst flott – nach Lettland zu bringen. Denn nach offizieller Lesart hätte niemand aus China nie und nimmer damals, vor gut drei Monaten, einreisen dürfen.

Was tun also? Beide Parteien setzten alle Hebel in Bewegung, die sie erreichen konnten. Sany kontaktierte die lettische Botschaft in China, während BCT intensiv mit dem lettischen Handelsministerium, dem Innenministerium und anderen nationalen Abteilungen kommunizierte, um eine Genehmigung für die Einreise des Teams zu bekommen. Letzten Endes gab die lettische Regierung grünes Licht in Form spezieller Einreisegenehmigungen, und die Botschaft erteilte Schengen-Visa, um den Einsatz der Ingenieure zu ermöglichen.

Doch das war nur die halbe Miete. Wie bitteschön sollte die chinesische Delegation überhaupt nach Europa gelangen? Es gab auch keinen Direktflug nach Lettland, sodass ein Umstieg in Deutschland unvermeidlich war. Doch die Teilnehmer durften auf keinen Fall durch den deutschen Zoll und in die Transitzone einreisen. Also gab es nur eine Lösung: die Nutzung eines Privatjets. Denn da muss man nicht in den Transitbereich.

Also chartert Sany einen Flug – zu horrenden Kosten. Sany-Europa-Chef Deng Haijun stimmt dennoch sofort zu. „Einen Flug zu chartern ist teuer“, sagt er. „Aber auf keinen Fall ist er so teuer wie unser Versprechen gegenüber dem Kunden.“ Zu diesem Zeitpunkt war die Reiseroute endlich klar. Die fünf Ingenieure in Ganzkörperschutzanzügen, Schutzbrillen und Masken kommen nach einer langen Reise per privat gechartertem Flieger in Frankfurt an – und erwischen gerade noch den Anschlussflug nach Riga.

Danach endlich konnte sich das Team an die eigentliche Arbeit machen. Wochenlang schaffen die fünf wie verrückt, schlafen kaum, essen nur das Nötigste, verzichten auf größere Pausen und nehmen sich noch nicht mal die Wochenenden frei. Mitte Juli dann konnte die Containerbrücke ihren 24-Stunden-Ausdauertest bestehen. Eine Woche später erfolgte dann die offizielle Abnahme. Nach 66 Tagen harter Arbeit für das fünfköpfige Team. Arbeiten unter Corona-Bedingungen...
Endlich! Die Containerbrücke ist komplett fertig montiert, abgenommen und betriebsbereit

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