17.09.2020

Vom Kran geholt

Zwangsweise Stillstand auf der Baustelle: Seit Dienstagnachmittag hat ein 38-jähriger Mann in Nürnberg ein Großeinsatz an Einsatzkräften Tag und Nacht in Atem gehalten. Er war auf einen Turmdrehkran auf der Großbaustelle Tafelhof Palais neben dem Hauptbahnhof geklettert und hatte sich vehement geweigert, wieder herunterzukommen. Nach 20 Stunden Dauereinsatz gelang es Spezialkräften der Polizei, den Mann „in Gewahrsam zu nehmen“, wie es im Polizeibericht heißt. Wie genau der Mann vom Kran geholt wurde, ist nicht bekannt.

Passanten hatten den Krankletterer am Dienstagnachmittag beobachtet und der Polizei gemeldet. Das Problem: Auf Ansprache reagierte der Mann extrem aggressiv. Mehrfach forderten ihn die Einsatzkräfte auf, vom Kran herabzusteigen, was er jedoch vehement ablehnte. Weiterhin gab er deutlich zu verstehen, dass er es nicht zulasse, dass man sich ihm nähert. Ein Großaufgebot von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst wurde aufgefahren. Der Bereich um den Einsatzort musste weiträumig abgesperrt werden, was zu erheblichen Verkehrsbeeinträchtigungen führte.

Der Mann ließ stundenlang niemanden an sich ran, weder verbal noch räumlich. Auch speziell geschulte Polizisten konnten den als psychisch auffällig beschriebenen Mann nicht zum Gespräch bewegen. So verbrachte der renitente Krankletterer die Nacht zum Mittwoch auf dem Kran. Am Mittwochmorgen waren daher viele Bauarbeiter auf der Baustelle zum Nichtstun verdammt.

In einem günstigen Moment gelang es den Einsatzkräften, zuzuschlagen und den Mann zu überwältigen. Wegen seines auffälligen Gesundheitszustands wurde er zunächst dem Facharzt übergeben.

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