12.01.2022

Hermann Paus verstorben

Wir haben die traurige Nachricht erhalten, dass Hermann Paus gestorben ist, der Gründer des Kran-, Baumaschinen-, Aufzugs- und Arbeitsbühnenherstellers Paus. Er verstarb am 27. Dezember 2021, einen Monat vor seinem 90. Geburtstag, wie das UNternehmen erst jetzt mitteilt.
Hermann Paus

Hermann Paus war eines von acht Kindern, verlor aber bereits im Alter von drei Jahren seinen Vater bei einem Arbeitsunfall. Er half seiner Mutter in ihrem kleinen Hutmachergeschäft, wodurch er in das Geschäftsleben hineinschnupperte. Tragischerweise starb seine Mutter an einer Lungenkrankheit, als er erst neun Jahre alt war. Getrennt von seinen Geschwistern zog er zu einer Tante und einem Onkel, die einen kleinen Bauernhof in der Nähe von Münster bewirtschafteten und auch die Dorfschmiede waren. Sie hatten acht eigene Kinder, aber da seine Cousins zum Krieg eingezogen wurden, musste der junge Herrmann immer mehr Arbeit auf dem Hof übernehmen.

Im Alter von 14 Jahren begann er, mit seinem Onkel Pferde zu beschlagen und alles Mögliche zu reparieren, von Fahrrädern bis hin zu Lötkolben, Mähmaschinen und Bindemaschinen. Mit 15 Jahren besuchte er einmal pro Woche die örtliche Berufsschule, wo er sich für den Beruf des Ingenieurs begeisterte. 1950 bekam er seinen ersten Job als Mechaniker und zog wieder in das Haus der Familie ein. Er meldete sich auch für eine Vorbereitungsklasse für die technische Hochschule an und besuchte an vier Tagen in der Woche und an Samstagen Abendkurse, zusätzlich zu seinem normalen Job tagsüber. Ein Arbeitsunfall, bei dem er sich schwere Kopfverletzungen zuzog, die eine vorübergehende Lähmung der rechten Seite zur Folge hatten, hätte ihn beinahe aus der Bahn geworfen.

Es gelang ihm jedoch 1953, den Direktor der Staatlichen Ingenieurschule davon zu überzeugen, ihm eine freie Stelle in einem der Ingenieurskurse zu geben, und drei Jahre später erwarb er sein Ingenieurdiplom. In seiner ersten Anstellung als Konstrukteur von landwirtschaftlichen Geräten meldete er sein erstes Patent für eine Traktordrossel an. Im Jahr 1961 nahm er eine Stelle beim Landmaschinenhersteller Krone an. Der Eigentümer Bernard Krone sollte sich als Inspiration und Mentor für ihn erweisen, und zwar für den größten Teil seiner beruflichen Laufbahn. 1961 war auch das Jahr, in dem er seine Frau Agnes heiratete, die auch bei der Leitung des Unternehmens eine wichtige Rolle spielen sollte.
Hermann und Agnes Paus

Trotz seiner positiven Erfahrungen bei Krone entschlossen sich Hermann und Agnes Paus 1968, ihr eigenes Unternehmen zu gründen. Ihre ersten Produkte waren Muldenkipper, gefolgt von knickgelenkten Radladern. Im Jahr 1974 wurde die Produktpalette um Untertage-Bergbaufahrzeuge erweitert, zwei Jahre später folgten Schrägaufzüge für Material und Möbel, später kamen Anhängerkrane und LKW-Arbeitsbühnen hinzu.

Trotz aller frühen Rückschläge gab Herman Paus nie auf, verlor nie seinen Elan und seinen Optimismus und schaffte es immer, eine Lösung für die neuen Herausforderungen zu finden, was oft zu neuen Produkteinführungen und Innovationen führte.
Ein Paus-Anhängerkran

Für seine Verdienste um die russische Bergbauindustrie verlieh ihm das Bergbauministerium 2001 eine Bergbau-Ehrenmedaille. 2002 wurde er zum Ehrenmitglied der Fakultät der weißrussischen Bergbauakademie in Minsk ernannt. 2017 wurde er in die International Mining Hall of Fame in Denver, USA, aufgenommen.

Paus engagierte sich auch in Branchenverbänden und in seiner Gemeinde, war viele Jahre Mitglied des Gemeinderats seiner Heimatstadt Emsbüren und wurde mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.
Hermann Paus vor der Fabrik, die seinen Namen trägt

Er war dafür bekannt, dass er sich um seine Mitarbeiter kümmerte und die Verantwortung für alle Probleme übernahm. „An dem Produkt steht mein Name, also stehe ich dazu“ war einer seiner Leitsprüche.

Er hinterlässt seine Frau Agnes, zwei Söhne Franz-Josef und Wolfgang, die das Unternehmen leiten, und Tochter Elisabeth (Lisa) Paus, die für die Grünen im Deutschen Bundestag sitzt, sowie eine Reihe von Enkelkindern, die womöglich in die technischen Fußstapfen ihres Großvaters treten.

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