09.12.2022

5.850 Tonnen positioniert

180 Achslinien: Mit dem Verschub einer 200 Meter langen Bogenbrücke vollendet die luxemburgische Eisenbahngesellschaft CFL einen wichtigen Schritt im Rahmen ihres Infrastrukturausbaus. Ein Renommee-Projekt, das in seiner Vollendung auf Selbstfahrer von Cometto vertraut.

Wo sonst Autos und LKWs über die sechsspurige Autobahn rauschen, kommt an diesem Abend alles zum Stillstand. Die Vollsperrung zwischen dem Bettemburger und dem Gaspericher Kreuz ist nötig, um die gewaltige Konstruktion in Position zu bringen. „Mit 200 Metern Länge, 18,5 Metern Breite und einer Höhe von 40 Metern von der Fahrbahnplatte bis zur Kante des oberen Bogens ist sie eine der größten Eisenbahnbrücken des Typs Bow-String in Europa“, beschreibt Rui Raimundo, Projektleiter bei der CFL, die beeindruckenden Kennzahlen.

Seit 2020 fügen Spezialfachkräfte die vielen Einzelteile der Zugbänder inklusive Fahrbahnplatte sowie der beiden Doppelbögen vor Ort zusammen. Daraus entstand die Bogenbrücke mit einem Gewicht von 5.850 Tonnen. „Sie ist eines von insgesamt acht Bauwerken, die im Rahmen der neuen Eisenbahnstrecke zwischen Luxemburg-Stadt und Bettemburg errichtet wird“, erläutert Rui Raimundo. „Das Projekt gehört zum ambitionierten Ausbau- und Modernisierungsprogramm der CFL. Neben der existierenden Strecke stellt diese zusätzliche Linie einen erheblichen Kapazitätsgewinn für diesen stark befahrenen Abschnitt des luxemburgischen Schienennetzes dar.“
Pack & Jack mittels hydrailischer Pressen

Durch den Einsatz hydraulischer Pressen wurde die Konstruktion im Vorfeld mittels Pack & Jack-Verfahren nach und nach auf eine Höhe von fünf Metern auf das Niveau der Brückenlager angehoben und ausgerichtet. Für die finale Fahrt kommen nun modulare Selbstfahrer zum Einsatz, die für solche Schwerlastaufgaben prädestiniert sind. Für diesen Part ist die Firma Sarens zuständig. Ihre Spezialisten haben die Fahrzeugkombination im Vorfeld zusammengestellt und den Ablauf minutiös vorbereitet.

Unter den Augen zahlreicher Beobachter erfolgt kurz nach Mitternacht der Startschuss für den Verschub. Insgesamt 180 selbstangetriebene SPMT-Achslinien sind in dieses Projekt involviert, die jeweils als 5x18-Achslinien-Kombination an jedem Ende der Brücke zusammen gekoppelt sind.

Millimetergenau fügt sich die Brücke in die vorgesehene Lücke über der Autobahn 3 ein. Trotz der beachtlichen Ausmaße muss sie sich perfekt an die zukünftige geometrische Trassierung der Neubaustrecke anpassen. Die SPMT-Einheiten lassen sich dank der elektronischen Lenkung präzise steuern. Die LED-Beleuchtung an den Cometto-Modulen verschafft dem Bediener für diesen Nachteinsatz gute Bedingungen.
Die SPMTs in Aktion

Nach rund zwei Stunden ist die Mission vollendet: Das 5.850 Tonnen schwere Bauwerk wird auf den endgültigen Stützen abgesetzt. Die Brücke fügt sich als weiteres Puzzleteil in das luxemburgische Schienennetz ein und steht bereit zur Überfahrt der Züge.

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