Wind stört (mitunter massiv) bei Windkraftprojekten
Wo ordentlich der Wind bläst, da kann sich ein Windrad lohnen. Zugleich macht es der bisweilen heftige Wind schwer, schwimmende Offshore-Windkraftanlagen der nächsten Generation am Kai zu montieren.
Die meisten Windkraftanlagen verfügen über feste Fundamente und werden auf See mithilfe leistungsstarker Installationsschiffe montiert, die speziell für starke Winde ausgelegt sind. Der Vorteil: Schwimmende Windkraftanlagen können in tieferen Gewässern installiert werden und liefern deutlich höhere Erträge.
Der Nachteil: Aufgrund der Bewegung ihrer Fundamente müssen sie jedoch in den ruhigeren Hafengewässern zusammengebaut werden. Ihre Türme, Gondeln und Rotorblätter werden auf ihren schwimmenden Sockel gepfropft, bevor sie als komplette Einheiten zu Wasser gelassen und an den Zielort transportiert werden.
Im Laufe der Jahre ist die Größe dieser Turbinen stets weiter gewachsen – was bedeutet, dass für ihre Montage im Hafen mittlerweile einige der größten Kranmodelle benötigt werden, die auf dem Markt zu haben sind.
Je nach Wind müssen die Arbeiten ruhen
Der Windpark Eoliennes Flottantes du Golfe du Lion (EFGL) ist ein Joint Venture von Ocean Winds und Banque des Territoires. Mit diesem Projekt erreicht die schwimmende Windkrafttechnologie ihre dritte Generation, bereit für den Einsatz im großen Stil.
Der niederländische Schwerlastlogistiker Mammoet wurde von Euroports beauftragt, die Bereitstellung und Montage der Komponenten für die drei Turbinen in Port-la-Nouvelle bei Narbonne in Südfrankreich zu unterstützen.
Die Ingenieure von Mammoet mussten sich dabei häufig mit turbulenten Wetterbedingungen herumschlagen, konnten aber ihr Projekt durchziehen. Dieses befindet sich in einer der windigsten Regionen Frankreichs, wo der Wind mitunter munter mit bis zu 10 Metern pro Sekunde bläst.
Schauplatz war der Hafen von Port-La-Nouvelle im Süden Frankreichs
Mammoet wollte und sollte sicherstellen, dass alle Komponenten für die drei schwimmenden WKA rechtzeitig vor der Montage im Hafen eintrafen, um die Risiken der nachfolgenden Phasen zu minimieren – angesichts der hohen Wahrscheinlichkeit windbedingter Verzögerungen.
Für die Schwerlasthübe wurde ein großer CC8800-1 Raupenkran als Hauptkran eingesetzt. Er wurde bei den Absetzarbeiten von zwei 200-Tonnen-Mobilkranen unterstützt.
„Bei solchen Projekten benötigt man einen leistungsstarken Kran mit großer Reichweite, da die Fundamente direkt am Kai verankert sind“, erklärt Yan Billard, Geschäftsführer von Mammoet France. „Wir setzten einen CC8800 mit einer Tragfähigkeit von 1.600 Tonnen ein, der mit einer Auslegerverstärkung ausgestattet war, um einen 144 Meter langen Hauptausleger zu realisieren. Dabei handelt es sich um ein spezielles Bauteil, das die Tragfähigkeit des Krans erhöht und so höhere Hubhöhen auf kleinem Raum ermöglicht.“
Damit der Kai das volle Gewicht des CC8800 während der Hübe tragen konnte, wurde eine 40 Quadratmeter große Fläche geschaffen, die einem Bodendruck von 30 Tonnen pro Quadratmeter standhält. Der Untergrund wurde mit zwei Lagen Holzmatten verstärkt, die über Kies verlegt wurden, um ein ebenes Fundament zu erschaffen.
24 Mammoet-Selbstfahr-Modultransporter (SPMTs) transportierten die Bauteile in den Hafen – vom Kai zu einem Abstellplatz und anschließend zur Montage zurück.
Der CC8800-1 Raupenkran war Hauptkran
Die ersten Bauteile wurden im Sommer 2024 aus den Niederlanden entladen. Die drei schwimmenden Fundamente wurden in Fos-sur-Mer gefertigt und benötigten einen Tag Schleppzeit bis Port-la-Nouvelle südlich von Narbonne im Département Aude. Nachdem alle Bauteile in ihren Lagerbereichen waren und die schwimmenden Fundamente vorübergehend nahe der Hafeneinfahrt verankert waren, begann die Montagephase.
Der Reihe nach, bitte: Mammoets Aufgabe war es, die Bauteile mithilfe der SPMTs in der richtigen Reihenfolge unter den Haken des Raupenkrans zu bringen. Der CC8800 hob sie dann in Position, wo sie verschraubt werden konnten.
Die Montage begann mit den drei Turmsegmenten (unteres, mittleres und oberes Segment), gefolgt von der Gondel und schließlich den drei Rotorblättern. Das schwerste Bauteil war die 380 Tonnen schwere Gondel.
Um die darin enthaltenen elektrischen Komponenten zu schonen, wurden die unteren Turmsegmente neben dem CC8800 senkrecht gelagert. Die beiden anderen Segmente wurden mithilfe der Mobilkrane und des Raupenkrans entsprechend aufgerichtet.
Hier sieht es nach Windstille aus
„Der Wind stellte die größte Herausforderung beim Heben dar“, resümiert Yan Billard. „Sobald er Geschwindigkeiten von 10 Metern pro Sekunde überschritt, mussten die Hebearbeiten unterbrochen werden.“
Nachdem alle Komponenten verbunden waren, wurde die Turbine von Schleppern zu einem anderen Kaiabschnitt transportiert, wo die Endmontage vor dem endgültigen Verladen stattfand.
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