Wenn Unternehmer keinen Nachfolger finden, verschwinden oft jahrzehntelang aufgebaute Unternehmen vom Markt. Beim Arbeitsbühnenvermieter Löffelholz aus Friedrichshafen kam es anders. Dort brachte ausgerechnet ein gemeinsamer Steuerberater zwei Menschen zusammen. Firmengründer Jürgen Löffelholz suchte einen Nachfolger, Michael Holzwarth wollte nach 18 Jahren bei der Still GmbH den Schritt in die Selbstständigkeit wagen.
Kurz nach der offiziellen Übernahme stand Holzwarth bereits vor seiner ersten Bewährungsprobe: Ein wichtiger Mietkunde benötigte noch vor Weihnachten fünf Toucan 12E Plus. Ohne diese Maschinen hätte Löffelholz den Kunden verloren. Ute Schnalzger, Senior Sales Managerin Rental JLG, machte die kurzfristige Lieferung möglich. Um den Deals abzuschließen, trafen sich beide spontan auf einer Autobahnraststätte. „Utes Hilfe war für mich wie ein Sechser im Lotto“, erinnert sich Holzwarth.
Max Löffelholz, Ute Schnalzger und Michael Holzwarth (v.l.)
Begonnen hatte die Geschichte allerdings schon zwei Jahre zuvor: Weil die Kinder des Firmengründers Jürgen Löffelholz das Unternehmen aus persönlichen Gründen nicht übernehmen wollten, beauftragte dieser seinen Steuerberater mit einer Unternehmensbewertung. Zufällig betreute derselbe Steuerberater auch Michael Holzwarth, der ein Unternehmen zum Kauf suchte. Also brachte der Steuerexperte beide Männer zusammen. „Jürgen und ich kannten uns bereits aus der Branche und waren uns sofort sympathisch“, erzählt Holzwarth. Anfang 2024 begann der Nachfolgeprozess mit der Unternehmensbewertung und zahlreichen Gespräche mit Banken, bis schließlich die Hausbank von Löffelholz grünes Licht zur Finanzierung gab. Im März 2025 wurde der Kaufvertrag unterzeichnet, zum 1. Oktober übernahm Holzwarth den Arbeitsbühnenverleih Löffelholz offiziell.
Am familiären Charakter des Unternehmens hat sich durch den Inhaberwechsel wenig geändert. Die Tochter Natalie Brugger und der Sohn Max Löffelholz des Firmengründers gehören weiterhin zum Team. Gleichzeitig unterstützen inzwischen auch Holzwarths Mutter Brigitte Holzwarth-Baier und sein Bruder Stefan Holzwarth den neuen Inhaber im Unternehmen. Gemeinsam mit den langjährigen Mitarbeitern entwickelt Holzwarth den Betrieb Schritt für Schritt weiter. Seine Handschrift zeigt sich dabei vor allem im Service und in der Digitalisierung. Als ehemaliger Serviceleiter liegt ihm die technische Betreuung der Maschinen besonders am Herzen. Wartung und Reparaturen von Arbeitsbühnen und Gabelstaplern erledigt Löffelholz heute komplett in Eigenregie. Gleichzeitig wurden eine neue Dispositionssoftware eingeführt und die digitale Maschinenübergabe per Smartphone oder Tablet etabliert.
Die Zusammenarbeit mit JLG beschränkte sich für Holzwarth jedoch nicht auf die schnelle Lieferung der Toucan 12E Plus. Inzwischen hat das Unternehmen zwei weitere Toucan 12E Plus angeschafft, weitere Investitionen in JLG-Arbeitsbühnen sind geplant. Überzeugt haben Holzwarth auch die digitalen Serviceangebote des Herstellers. „Ich kenne viele Herstellerportale und Telematiksysteme. So viele technische Informationen frei zugänglich anzubieten, habe ich bisher noch nicht erlebt“, sagt er. Besonders das Ersatzteilportal Online Express mit seinen technischen Unterlagen sowie das Telematiksystem Clear Sky Smart Fleet verschaffen ihm einen schnellen Zugriff auf wichtige Maschineninformationen und erleichtern die tägliche Arbeit.
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