Fast 100 Meter lang und 800 Tonnen schwer: Die Stromnetze in Europa werden derzeit ertüchtigt und ausgebaut. Die neuen Komponenten sind größer und schwerer als die vorherigen, und das macht ihr Heben und ihren Transport immer anspruchsvoller.
Start bei Hitachi Energy im schwedischen Ludvika Maersk Project Logistics beauftragte Mammoet damit, den Binnentransport eines sehr großen und sehr schweren Transformators aus dem Werk von Hitachi Energy in Ludvika in Schweden zu unterstützen. Normalerweise werden solche Komponenten per Bahn transportiert. Doch dieser neue, leistungsstärkere Transformator war zu schwer, sodass nur der Straßentransport infrage kam.
In Zusammenarbeit mit Maersk Project Logistics und Hitachi Energy schlug Mammoet den Einsatz seiner Hochleistungs-Tragschnabelbrücke vom Typ AL600 vor, um den Transformator vom Werk zum Hafen zu befördern. Die Konstruktion verteilt die Last auf eine größere Länge und schont so den Straßenbelag. Zudem verringert sie die Gesamthöhe des Transports, wodurch Beeinträchtigungen und erforderliche bauliche Maßnahmen zur Streckenvorbereitung minimiert wurden.
Winterliche Kurve mit Schnee
Die AL600 ermöglicht den Transport extrem schwerer Lasten nur wenige Zentimeter über dem Boden und eignet sich daher sehr gut, um Hindernisse wie niedrige Brücken oder Stromleitungen zu unterqueren. Das System war für den Auftrag mehr als leistungsstark genug, musste jedoch leicht angepasst werden, um die strengen Anforderungen von Hitachi Energy an die Ladungssicherung zu erfüllen. Dies führte zur Konstruktion und Fertigung eines speziellen Adapters für den Rahmen.
Lange Zuglänge, an die hundert Meter
Ingenieure beider Seiten arbeiteten eng zusammen: Mammoet entwickelte den Adapter, während Hitachi das Design des Transformators so anpasste, dass eine reibungslose Verbindung gewährleistet war.
Maersk Project Logistics koordinierte das gesamte Projektmanagement, einschließlich der Routenplanung für den Seetransport und der Vorbereitung der Transportstrecke, während Mammoet die erforderlichen Daten für die Genehmigungsverfahren bereitstellte.
Zwischenzeitlich begutachteten die Ingenieure von Mammoet einen Streckenabschnitt, der an Eichen vorbeiführte. Sie erstellten einen Scan des Bereichs und ermittelten auf dieser Grundlage, welche Anpassungen erforderlich waren, um ein Fällen der Bäume zu vermeiden.
Kurve, frühlingshaft frisch
Da der Platz auf dem Werksgelände begrenzt war, wurde die Tragschnabelbrücke auf zwei Einheiten mit je 14 Achslinien von selbstfahrenden modularen Transportern (SPMTs) von Mammoet in den Verladebereich gefahren, zumal diese eine höhere Manövrierfähigkeit bieten.
Anschließend wurde der Trafo mithilfe eines 500-Tonnen-Krans in den Rahmen gehoben. Sobald die Ladung das Werksgelände verlassen hatte, wurden die SPMTs gegen zwei Einheiten mit je 19 Achslinien konventioneller Anhänger ausgetauscht.
Diese konventionellen Anhänger wurden von zwei Zugmaschinen sowie einem hydraulischen Antriebssystem gezogen. Letzteres lieferte zusätzliche Leistung für die vorderen sechs Achsen der Anhänger, sodass keine weiteren Zugmaschinen erforderlich waren.
Der Konvoi war fast 100 Meter lang und wog mehr als 800 Tonnen. In zwei Nächten legte er die 130 Kilometer lange Strecke von Ludvika bis zum Hafen von Köping zurück.
Der Trafo wird in Köping per RoRo aufs Schiff verladen
Bei der Ankunft im Hafen von Köping wurde die AL600 teilweise demontiert, und mehrere der konventionellen Anhänger wurden abgekoppelt. Die restlichen Anhänger verluden den Trafo anschließend im RoRo-Verfahren auf das Schiff und blieben für die eintägige Überfahrt zum größeren schwedischen Hafen Norrköping an Bord.
Dort wurde der Transformator entladen und zu einem Lagerplatz gefahren, bis er von einem Schwergutschiff mit Ziel China abgeholt wurde. Für diesen zweiten Verladevorgang wurde der Transformator aufgenommen und zur Kaikante transportiert, sodass das Schwerlastschiff ihn mit seinem Kran an Bord heben konnte.
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