Feucht und dennoch fröhlich: Über regen Zulauf freut sich jede Messe, über den üblichen Regen nicht. Die achte Auflage der Innotage scheint erstmal einen Regenzulauf gebucht zu haben. Es nieselt stoisch vor sich hin, dann ist der Himmel kurz klar, drei Sonnenstrahlen tanken sich durch, dann regnet es sich ein.
Der erste Tag der Innovationstage 2026
Passend zum Wetter tröpfeln die Besucher und Besucherinnen am Mittwochmorgen zunächst noch spärlich auf das altbekannte und wohlvertraute Areal des Hessen Hotelpark Hohenroda. Kombinierte Wetter-Besucher-Prognose: Das kann ja heiter werden, denkt man sich augenzwinkernd.
Das obere Areal mit Ruthmann, Palfinger, Magni, XCMG, Klaas' Lutz 75, Easylift und Teupen
Nach und nach füllt sich das gut bestückte, aber insgesamt überschaubare Gelände mit Interessierten. Die Bühnenfamilie, sie lebt, sie gedeiht, sie scheint unverändert, allen äußeren Widrigkeiten zum Trotz. Beim einen ist etwas mehr los, beim anderen laufen die Geschäfte gerade etwas ruhiger. Rosige Zeiten sind anders, dennoch sind die gute Laune und Geselligkeit ungebrochen. Du hast kein Zelt dabei? Nimm meines! Man hilft sich, wo man kann, und das ganz selbstverständlich. Das Klischee von der familiären Branche lebt und lebt weiter, und das völlig zu Recht.
Ganz viel ‚Mann‘: Jens Westermann von Ruthmann (l.) mit Fabian Markmann von Liftkontor
Gleich am Eingang thront, weithin sichtbar, eine große LKW-Arbeitsbühne T510 HF aus dem Hause Ruthmann. So weit, so gewohnt. Überraschend die Lackierung und Beschriftung: Die 51-Meter-Bühne ist in den Farben des Vermieters Liftkontor aus der Hansestadt Bremen gehalten. Bislang war bei 33 Metern im LKW-Bühnensegment Schluss bei Liftkontor. Nun bläst das Unternehmen von der Weser zur Großgeräte-Offensive: Neben dem „Steiger“ T510 HF soll Ende Juni noch eine 70-Meter-Bühne hinzukommen, berichtet Firmenchef Fabian Markmann, der auch beim Vermieterverbund System Lift als Aufsichtsratschef fungiert. Auch System Lift wolle sein Großgerätesegment ausbauen, berichtet Markmann, und zwar hinauf bis 75 Meter. Da seien noch einige Maschinen in der Mache.
Das freut Jens Westermann von der Firma Ruthmann, offizieller Titel: Head of Sales Deutschland. An dem Format der Innovationstage schätzt er insbesondere, dass er so viele Branchenfachleute auf einem Haufen versammelt vorfindet. Sonst müsste man wochenlang herumfahren, um alle einzeln abzuklappern. Für die meisten Aussteller steht ganz klar der Netzwerkgedanke im Vordergrund.
Magnis bzw. Dinglis neues Elektrogelenkteleskop EAB15AC kommt im Nifty-Stil daher
Durch die Bank weg gelobt werden die beiden Veranstalter Andreas Möller und Yama Saha vom federführenden Verein Born To Lift, sie haben ihr Baby gut im Griff und alles bestens präpariert. Was fast alle unisono erwähnen: wie bezahlbar und vom Aufwand her überschaubar sich das Event finanziell gestaltet. Niedrige Kosten, hohe Besucherzufriedenheit. Einfache Rechnung. „Rundumsorglospaket“ nannte es jemand treffend.
Der XT2506E von XCMG
Maschinen gibt es auch zu sehen, man kann sie zum Teil auch Probe fahren und testen. Die Exponate reichen von der LKW-Bühne bis zum kleinen Elektro-Minikran wie Hoeflons C6e, vom kleinen, ebenfalls elektrisch angetriebenen Telestapler XT2506E von XCMG, dem H625E von LGMG oder Manitous MT 625 e bis hin zum großen Schwerlast-Roto 50.18 von Merlo. Die Stimmung ist tiefenentspannt, hier und da wird gefrotzelt.
Merlo 50.18
Neues gibt es selbstverständlich auch zu sehen. So hat Sahalift gleich zwei Neuheiten im Gepäck. Zum einen die selbstfahrende Teleskop-Raupenarbeitsbühne mit Jib namens Jibbi 1450 Evo. Die dieselbetriebene Bühne wiegt lediglich 2.900 Kilogramm und ist somit per 3,5-Tonnen-Anhänger ziehbar. Zum anderen, so Yama Saha, sei der japanische Qualitätshersteller Aichi „endlich wieder da nach 15 Jahren“, also endlich wieder mit neuem Gerät in Europa vertreten – in Form einer Aichi SP21, einer 23-Meter-Teleskoparbeitsbühne auf Ketten.
Jekko SPX 532.2 in den Farben von Mini Krane Teichmann
In dem Höhenbereich sind etliche Geräte angesiedelt, so beispielsweise auch die Easylift-Raupe RA 24 am Stand von Rothlehner, vor Ort vertreten von Simon Ellinger, zuständig für den Vertrieb in Süddeutschland, oder auch Kettenpionier Teupen mit seinem Leo24T. Das Besondere am neuen „Leo“ ist eine dritte Stromquelle: Instagrid. Sie ersetzt einen 230-Volt-Netzanschluss und liefert 2,1 kWh, eine Spitzenleistung von 18 kW, wiegt 20 Kilogramm, lädt in 2,5 Stunden komplett auf und besteht aus mehreren kleinen Akkus. Das hat den Vorteil, dass diese Lösung nicht als Gefahrgut versendet werden muss, sondern ganz normal, per Post, erläutert Andreas Bub von der Gronauer Traditionsfirma, die nächstes Jahr ihr 50. Jubiläum feiert.
Roland Schmitt von Hangcha
Premiere feiert der chinesische Hersteller Hangcha. Roland Schmitt, seit 37 Jahren im Vertrieb zuhause und seit zweieinhalb Jahren bei Hangcha tätig, vertritt das Unternehmen mit einem großen Gabelstaplermodell. Der Hersteller ist mittlerweile auch bei System Lift gelistet, und Schmitt konnte bereits einige Geräte bei System-Lift-Mitgliedern platzieren.
Blick in die Hessenhalle
Ein großes Thema in den Gesprächen war die Kursänderung der Platformers‘ Days, die ja früher mal hier, in der osthessischen Kuppenrhön, ihren Ursprung hatten und lange Jahre an Ort und Stelle stattgefunden haben. Während sich die Leute belegte Brötchen und einen Teller Gemüsesuppe gönnten, hat sich so mancher – vorsichtig ausgedrückt – kritisch geäußert über das veränderte Cateringkonzept der Messe Karlsruhe. Es war, wortwörtlich, ein gefundenes Fressen. Das könnte dazu führen, dass die Innovationstage der Höhenzugangstechnik in der Wertschätzung der Branche weiter steigen, hörte man häufiger. Das ungezwungene und einfache Format hat sich gut etabliert, und viele Stimmen meinten, es seien mehr Besucher unterwegs als im Vorjahr.
JLGs Elektrogelenkteleskop EC450AJ Compact
Wenn man als Redakteur vor Ort unterwegs ist, wird man immer wieder gefragt: „Und – was schreibst du?“ Die Antwort: „Friede, Freude, Eierkuchen. Die berühmte Bühnenfamilie. Eigentlich wie immer.“ Gelächter. Heute läuft die Veranstaltung noch bis 15 Uhr.
Beweisfoto für Skeptiker: Auch Partnerlift war in Hohenroda vertreten, und auch die Sonne hat sich mal blicken lassen
Müch
Hallo Herr Van der Flex,
natürlich darf jeder Schreiben was er redaktionell für sinnvoll hält. Gefühlt, und das Gefühl habe ich nicht alleine sondern auch von vielen anderen 'Branchenkindern' vernommen, liest sich das bei euch in Bezug auf das neue Konzept in KA negativ, während das gratis Essen in Hohenroda einfach toll ist. Und das Essen ist, auch das nicht nur für mich, eher unteres Mittelfeld in Hohenroda.
Generell ist mir auch Wurst welcher Verein vor Ort ist. im Bericht lag der Schwerpunkt auf Systemlift, daher mein Kommentar dazu. Für mich scheint SL von aussen betrachtet auch der bessere, wertigere Verband. Aber alle scheinen Happy dann weiter so!
ich verstehe den wiederholten negativen Sound von Ihnen zum Essenkonzept in Hohenroda nicht. Die Suppe und die Brötchen haben vorzüglich geschmeckt. Und niemand wird zur Übernachtung vor Ort gezwungen, genau wie in Karlsruhe.
Die Redaktion berichtet von Branchenevents wie PD und Innotage und fängt dabei auch den Tenor der Gespräche und die Atmosphäre ein, und in dem Fall war es eben auffällig, wie häufig die Sprache darauf kam. So funktioniert Berichterstattung, das ist kein von Ihnen unterstelltes "Schlechtschreiben". Da müssen Sie schon differenzieren.
Und System Lift oder Partnerlift, das ist doch - mit Verlaub - für uns als Redaktion völlig unerheblich. Geha oder Pelikan, Mercedes oder BMW, da sind wir völlig schmerzbefreit.
Müch
Ich verstehe den wiederholten negativen Sound von euch zum Essenkonzept in Karlsruhe nicht. Hohenroda wird dafür gefeiert, das man 360 € für zwei Nächte in einem unterdurchschnittlichen, altertümlichen, von allen Besuchern mies bewerteten Hotel zahlen darf. Die gelobte Verköstigung tagsüber sind lapprige belegte Brötchen und ne miese Suppe - Wahnsinn.
In Karlsruhe zahle ich weniger für die Übernachtung in besseren Hotels. Tagsüber kommen zukünftig vielleicht 20€ für essen dazu, wobei sicher noch mehr Aussteller Bratwurst und co. anbieten werden.
Die Abendveranstaltung in Karlsruhe ist schon immer um Längen besser als bei den Innovationstagen. Getränke, Essen, Band, Ambient - alles top! Hohenroda ist da eher: naja - in den 90er hängen geblieben...
Alles in allem sind beide Veranstaltungen auf ihre Weise gut, die Branche trifft sich und ich bin gerne auf beiden zu Gast. Dieses permanente schlecht schreiben, weil die Messe in Karlsruhe wie alle anderen Betriebe im Land, aufs Geld schaut ist nicht zu verstehe für mich. Was haben die euch getan?
Und noch was fällt auf: sehr systemlift lastig der Beitrag. Waren andere Vermieter gar nicht vor Ort? Bei Partnerlift würde es mich nach dem Chaos der letzten Monate noch nicht mal wundern, aber unabhängig liest sich das nicht und verfestigt den Ruf der "Systemlift-Messe" in Hohenroda...
Müch
Hallo Herr Van der Flex,
natürlich darf jeder Schreiben was er redaktionell für sinnvoll hält. Gefühlt, und das Gefühl habe ich nicht alleine sondern auch von vielen anderen 'Branchenkindern' vernommen, liest sich das bei euch in Bezug auf das neue Konzept in KA negativ, während das gratis Essen in Hohenroda einfach toll ist. Und das Essen ist, auch das nicht nur für mich, eher unteres Mittelfeld in Hohenroda.
Generell ist mir auch Wurst welcher Verein vor Ort ist. im Bericht lag der Schwerpunkt auf Systemlift, daher mein Kommentar dazu. Für mich scheint SL von aussen betrachtet auch der bessere, wertigere Verband. Aber alle scheinen Happy dann weiter so!
Lex van de Flex
Sehr geehrter Herr Müch,
ich verstehe den wiederholten negativen Sound von Ihnen zum Essenkonzept in Hohenroda nicht. Die Suppe und die Brötchen haben vorzüglich geschmeckt. Und niemand wird zur Übernachtung vor Ort gezwungen, genau wie in Karlsruhe.
Die Redaktion berichtet von Branchenevents wie PD und Innotage und fängt dabei auch den Tenor der Gespräche und die Atmosphäre ein, und in dem Fall war es eben auffällig, wie häufig die Sprache darauf kam. So funktioniert Berichterstattung, das ist kein von Ihnen unterstelltes "Schlechtschreiben". Da müssen Sie schon differenzieren.
Und System Lift oder Partnerlift, das ist doch - mit Verlaub - für uns als Redaktion völlig unerheblich. Geha oder Pelikan, Mercedes oder BMW, da sind wir völlig schmerzbefreit.
Müch
Ich verstehe den wiederholten negativen Sound von euch zum Essenkonzept in Karlsruhe nicht. Hohenroda wird dafür gefeiert, das man 360 € für zwei Nächte in einem unterdurchschnittlichen, altertümlichen, von allen Besuchern mies bewerteten Hotel zahlen darf. Die gelobte Verköstigung tagsüber sind lapprige belegte Brötchen und ne miese Suppe - Wahnsinn.
In Karlsruhe zahle ich weniger für die Übernachtung in besseren Hotels. Tagsüber kommen zukünftig vielleicht 20€ für essen dazu, wobei sicher noch mehr Aussteller Bratwurst und co. anbieten werden.
Die Abendveranstaltung in Karlsruhe ist schon immer um Längen besser als bei den Innovationstagen. Getränke, Essen, Band, Ambient - alles top! Hohenroda ist da eher: naja - in den 90er hängen geblieben...
Alles in allem sind beide Veranstaltungen auf ihre Weise gut, die Branche trifft sich und ich bin gerne auf beiden zu Gast. Dieses permanente schlecht schreiben, weil die Messe in Karlsruhe wie alle anderen Betriebe im Land, aufs Geld schaut ist nicht zu verstehe für mich. Was haben die euch getan?
Und noch was fällt auf: sehr systemlift lastig der Beitrag. Waren andere Vermieter gar nicht vor Ort? Bei Partnerlift würde es mich nach dem Chaos der letzten Monate noch nicht mal wundern, aber unabhängig liest sich das nicht und verfestigt den Ruf der "Systemlift-Messe" in Hohenroda...