07.08.2026

Sieben auf einen Streich

Die Wallstraßenbrücke ist eines der wichtigsten Verkehrsbauwerke Ulms. Sie führt die Bundesstraße B10 über die Kienlesbergstraße und die angrenzenden Eisenbahnstrecken. Das Bauwerk stammt aus den Jahren 1967 bis 1969 und muss aufgrund seines Zustands vollständig durch einen Neubau ersetzt werden. Die neue Brücke wird 187 Meter lang sein und in zwei Abschnitten errichtet: Die westliche Hälfte wird zwischen 2026 und 2027 gebaut, die östliche Hälfte folgt zwischen Ende 2027 und Anfang 2029. Die vollständige Wiedereröffnung für den Verkehr ist für den Sommer 2029 geplant.

Das Projekt wird von der ARGE B10 durchgeführt, einem Konsortium aus der Matthäus Schmid Bauunternehmung aus Baltringen und Leonhard Weiss aus Göppingen. Für das Kran- und Logistikkonzept an der Wallstraßenbrücke setzt das Konsortium auf einen langjährigen Partner: Nagel Mietservice aus Ulm, das für das Projektmanagement und die technische Planung verantwortlich ist und stellt die Krantechnik für den Partner Matthäus Schmid bereitstellt.

Sieben Liebherr-Krane auf der Ulmer Bausteller

Am 12. März 2026 stellte das Team von Nagel Technik Service den ersten Liebherr 520 EC-B 20 Fibre vor Ort auf. Der Obendreher arbeitet mit einem Auslegerradius von 80 Metern und einer Hakenhöhe von 52 Metern. Seine maximale Tragkraft beträgt 20 Tonnen. Mit seinem Ausleger deckt er den gesamten Hauptbauabschnitt ab und bewältigt Hebevorgänge, darunter die Montage von Schalungselementen und Bewehrungskörben zwischen den befahrenen Gleisen.

Die Lage des Standorts zwischen befahrenen Bahn- und Straßenverkehrsstrecken stellt hohe Anforderungen an Präzision, Tragfähigkeit und Sicherheit.

Ein zweiter Liebherr 520 EC-B 20 Fibre folgte am 16. März 2026 auf der gegenüberliegenden Seite des Baugebiets. Mit einem 60 Meter langen Ausleger und einer Hakenhöhe von 35 Metern ist er auf kürzere Zykluszeiten und schnellere Umschlagvorgänge in engeren Arbeitsbereichen ausgelegt. Zusammen gewährleisten die beiden Krane eine vollständige Abdeckung der Baustelle bei optimierter Lastverteilung.

Beide Krane sind mit der Fibre-Technologie von Liebherr ausgestattet, bei der Hochleistungsfaserseile herkömmliche Stahlseile ersetzen. Dies reduziert das Gewicht der Hubseile erheblich und ermöglicht auf Basis der vorhandenen Komponenten eine um 40 Prozent höhere Tragfähigkeit im Vergleich zu gleichwertigen Stahlseilkranen. Die Faserseile haben eine Gesamtlebensdauer von 14 Jahren. Im Schadensfall lassen sich laut Unternehmen bis zu 80 Prozent aller Seilschäden schnell und einfach direkt vor Ort reparieren, ohne den Zeit- und Kostenaufwand eines vollständigen Seilwechsels.

Am Blaubeurer Tor ist ein Liebherr 81 K im Einsatz. Der Untendreher übernimmt die Materialverteilung, logistische Unterstützungsaufgaben und die Versorgung von Randbereichen.

Ab dem 17. April 2026 ergänzt ein Liebherr 202 EC-B das Kransystem. Der Spitzenlose Kran übernimmt Hebearbeiten im Schalungs- und Bewehrungsbau. Zudem werden vom ARGE-Partner Leonhard Weiss drei Liebherr 81.1 K-Krane hinzugefügt.

Das geringere Gewicht der 520 EC-B-Faserseile ermöglicht auf Basis der vorhandenen Komponenten eine um 40 Prozent höhere Tragfähigkeit im Vergleich zu gleichwertigen Stahlseilkranen.


Täglich passieren bis zu 86.000 Fahrzeuge die B10 in Nord-Süd-Richtung, und die Baustelle erstreckt sich über insgesamt 14 Gleise.

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