25.02.2014

Noch mehr Optimismus

Der Umsatz der deutschen Bau- und Baustoffmaschinenindustrie ist 2013 gegenüber dem Vorjahr um sechs Prozent leicht gefallen, auf jetzt 11,7 Milliarden Euro. Dennoch startet die Branche 2014 optimistisch. Die Auftragseingänge bei Baumaschinen liegen aktuell sieben Prozent im Plus.

„Wir blicken auf ein insgesamt passables Geschäftsjahr zurück – bei aller Heterogenität unserer Branche“, kommentierte Johann Sailer, Vorsitzender des VDMA-Fachverbandes Bau- und Baustoffmaschinen, das Ergebnis der Konjunkturumfrage. Trotz einer kontinuierlichen Verbesserung im Jahresverlauf blieb es am Ende bei den Baumaschinen doch bei einem moderaten Umsatzminus von drei Prozent auf jetzt 7,7 Milliarden Euro. Im Baustoffmaschinensektor ging der Umsatz dagegen deutlich zurück, um insgesamt 13 Prozent auf nun vier Milliarden Euro.

Angesichts der glänzenden Lage der heimischen Bauwirtschaft zeigte sich der deutsche Markt für die Baumaschinenhersteller überraschend schwach, mit Ausnahme der Hochbaumaschinen. In Europa konnten Frankreich, die Schweiz und Skandinavien überzeugen. Weiterhin gut entwickelten sich die Geschäfte im Nahen und Mittleren Osten sowie in Nordamerika.

Aus den BRIC-Staaten, aber auch aus „Hoffnungsträgermärkten“ wie Südafrika oder Indonesien kamen zu wenige Impulse, so der Verband. 2014 erwarten die Hersteller hier Besserung. Gleiches gelte für den europäischen Markt, wo in Südeuropa die Talsohle nun endlich durchschritten sein dürfte. Die Zeichen für 2014 zeigen insgesamt nach oben.
Johann Sailer

Für die Baustoffmaschinenhersteller sind es vor allem Russland, der Mittlere Osten und die Länder Südostasiens, die aktuell gut laufen. Wegen des Währungsverfalls in einigen Schwellenländern liegen Projekte auf Eis, weil sie für lokale Investoren einfach zu teuer werden.

Ein Dauersorgenthema der Baumaschinenhersteller ist die Umsetzung der EU-Abgasnormen. In einigen Unternehmen seien die F&E-Kapazitäten fast zu 100 Prozent dafür gebunden, so Sailer. Innovationen in anderen Bereichen blieben dabei auf der Strecke. Eine weitere Herausforderung ist die neu entstandene Komplexität, das heißt die Vielfalt der angebotenen Produkte pro Hersteller.

„Es gibt derzeit eine Produkterneuerung wie niemals zuvor“, stellte Sailer fest. Weil verschiedene Übergangsfristen von den Herstellern auch verschieden genutzt würden, reagiert der Markt entsprechend. Die mit extrem hohen Entwicklungskosten produzierten neuen Maschinen bedeuteten für die Kunden nicht automatisch einen höheren Nutzen bzw. eine Produktverbesserung, meint er. Insofern sei es schwer sie davon zu überzeugen, einen höheren Preis für die Maschinen zu bezahlen. Viele Hersteller hätten Federn lassen müssen.

Die deutsche Bau- und Baustoffmaschinenindustrie fordert von der neuen Bundesregierung, dass Einnahmen aus LKW- und potenzieller PKW-Maut auch zweckgebunden wieder in den Ausbau und die Erneuerung der Infrastruktur fließen. „Darüber hinaus brauchen wir mehr Verlässlichkeit in der Energiepolitik“ meint Sailer. Gerade beim Thema Wind- und maritime Energie, in die auch viele Baumaschinenhersteller mit neuen Technologien investiert haben, seien klare Entscheidungen des Gesetzgebers und Kontinuität unabdinglich.

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