01.12.2017

Pfeifer und Gleistein: An einem Strang

Gleistein und Pfeifer arbeiten zusammen am Seil der Zukunft: „Das ‚Drahtseil der Zukunft‘ wird in immer mehr Fällen aus Kunststoff bestehen. Denn Hochleistungsseile aus Textilfasern wiegen einen Bruchteil, sind leichter zu hantieren und bieten ebenbürtige Leistungsdaten. Aus diesem Grund haben Gleistein Ropes und die Pfeifer-Gruppe jetzt eine strategische Partnerschaft geschlossen“, teilen beide Seilhersteller in einer gemeinsamen Erklärung mit.

Auf den ersten Blick wirkt es wie ein Bund von David mit Goliath: Pfeifer aus Memmingen im Allgäu, spezialisiert auf Drahtseile und Drahtseilanwendungen, setzt im Jahr 260 Millionen Euro um und ist auch eine internationale Branchengröße. Der Bremer Hersteller Gleistein erwirtschaftet mit 24 Millionen Euro noch nicht mal ein Zehntel dessen, ist in den Augen von Pfeifer aber aufgrund der hochmodernen Fertigungsanlagen für alle Arten von Faserseilen und des hohen Innovationspotenzials der ideale Partner.

Gemeinsam pro Faserseil: Gegenstand gemeinsamer Entwicklungen sollen vor allem Faserseil-Lösungen für zahlreiche industrielle Anwendungen sein, die bislang von Drahtseilkonstruktionen abgedeckt werden. Eine entsprechende Kooperationsvereinbarung unterschrieben die Firmenchefs Ende November: der geschäftsführenden Gesellschafter Gerhard Pfeifer für die Pfeifer-Gruppe und die Gesellschafter Klaus Walther, Jan Paul und Thomas Schlätzer für Gleistein. Zusätzlich übernimmt Pfeifer 25 Prozent der Anteile an Gleistein. Mit dieser Allianz kommen über 600 Jahre Erfahrung in Sachen Seil zusammen.

Gerhard Pfeifer erklärt: „Mit der strategischen Verbindung zu Gleistein Ropes erhalten wir den Zugang zu Highend-Faserseillösungen, die mit minimalem Gewicht und leichterem Handling auch in industriellen Anwendungen zunehmend an die Stelle herkömmlicher Drahtseil-Lösungen treten. Zudem erschließen wir gemeinsam Einsatzbereiche, für die Stahlseile nicht geeignet sind. Hier liegen für Pfeifer als Drahtseilkonfektionär äußerst wichtige strategische Potenziale.“

Gleistein-Geschäftsführer Klaus Walther sagt: „Durch die Verbindung mit Pfeifer und dessen weltweitem Vertriebsnetz können wir neue Absatzmärkte erschließen und profitieren von Pfeifers umfassendem Anwendungs-Know-how. Gleistein sichert damit seine Handlungsfähigkeit und den langfristigen Bestand der zwei Produktionsstandorte in Bremen und Trencin in der Slowakei.“ Cousin und Kollege Thomas Schlätzer ergänzt: „Wir betrachten den Schritt ganz klar als Zugewinn, denn Souveränität im Geschäftsbetrieb, Aktivität in den Bestandsmärkten und die Identität als hanseatisches mittelständisches Unternehmen bleiben voll erhalten.“

Hintergrund
Pfeifer ist ein inhabergeführtes Familienunternehmen mit fast 440-jähriger Tradition in der Herstellung von Seilen. Gerhard Pfeifer leitet das Unternehmen bereits in zwölfter Generation. Pfeifer ist stark vertreten im Seilbau, in der Schutzverbauung sowie in der Seil-, Hebe- und Bautechnik. Die Pfeifer-Gruppe ist mit über 30 operativen Gesellschaften in 20 Ländern aktiv und beschäftigt knapp 1.500 Mitarbeiter weltweit. Das Produktportfolio reicht vom individuell konfektionierten Kranseil bis hin zu seilgetragenen Dachkonstruktionen für Fußballstadien.

Gleistein stellt seit 1824 Tauwerk her und ist der älteste industrielle Familienbetrieb in Bremen. Zusammen mit dem Werk Trencin in der Slowakei verfügt das Unternehmen über zwei Produktionsstätten mit insgesamt über 19.000 Quadratmetern Produktionsfläche. Chemiefasern, anspruchsvolle Konstruktionen und richtungweisende Seilveredelungstechniken zählen zum Portfolio.




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