20.07.2020

Schwieriges Quartal für Hiab

Der finnische Cargotec-Konzern, Eigentümer von Hiab, Kalmar und MacGregor, hat seine Halbjahreszahlen veröffentlicht. Der Konzern als Ganzes verzeichnete in den sechs Monaten einen Umsatzrückgang um neun Prozent auf 1,61 Milliarden Euro. Angefallen ist ein Vorsteuerverlust von 8,4 Millionen Euro. Vor einem Jahr erzielten die Finnen noch einen stattlichen Gewinn von 87,7 Millionen Euro im ersten Halbjahr.

Hiab
Kommen wir nun zu Hiab. Der Ladekranhersteller konnte einen Halbjahresumsatz von 544 Millionen Euro verbuchen, 19 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Obwohl der Auftragseingang für Januar bis Juni mit 519 Millionen Euro um 24 Prozent niedriger war, lag der Auftragsbestand Ende Juni bei 373 Millionen Euro, acht Prozent unter dem Wert zu Jahresbeginn und 18 Prozent unter dem des Vorjahres.

Der Betriebsgewinn für das Halbjahr halbierte sich fast auf 46,4 Millionen Euro, ein Rückgang um 42 Prozent. Interessant: Der „vergleichbare Betriebsgewinn“ lag nach Angaben des Unternehmens bei 54,4 Millionen Euro oder 35 Prozent unter dem des Vorjahres. Wir sind uns nicht ganz sicher, was genau das „vergleichbare“ Betriebsergebnis ausmacht, aber es zielt eindeutig darauf ab, einige der direkten Zusatzkosten zu eliminieren, die mit der Bekämpfung der Corona-Pandemie verbunden sind.

Im zweiten Quartal ging der Umsatz von Hiab um 32 Prozent auf 243 Millionen Euro in die Knie, während der Auftragseingang um 34 Prozent auf 223 Millionen Euro geschrumpft ist. Der Betriebsgewinn sackte um satte 62 Prozent auf 18 Millionen Euro in den Keller, auf „vergleichbarer“ Basis betrug der Betriebsgewinn Hiab zufolge 24,3 Millionen Euro, was einem Rückgang um 52 Prozent entspricht.

Kalmar
Der Hersteller von Reachstackern und Schiffsumschlaggeräten Kalmar verzeichnete im ersten Halbjahr einen Umsatzrückgang um neun Prozent auf 754 Millionen Euro, der Auftragseingang ging um 33 Prozent auf 627 Millionen Euro zurück, sodass der Auftragsbestand mit 885 Millionen Euro um 16 Prozent niedriger war als Anfang Januar. Der Betriebsgewinn betrug 11 Millionen Euro, ein Rückgang von 83 Prozent gegenüber dem Vorjahr, aber in „vergleichbarer“" Form – Sie wissen schon – ist er mit 55,9 Millionen Euro nur 20 Prozent niedriger ausgefallen.

Im zweiten Quartal ging der Umsatz im Jahresvergleich um 18 Prozent auf 350 Millionen Euro zurück, mit einem Betriebsverlust von 13,1 Millionen Euro. Dem stand vor Jahresfrist ein Gewinn von 34,6 Millionen Euro gegenüber. Auf „vergleichbarer“ Basis betrug der Gewinn dem Konzern zufolge 30,3 Millionen Euro, was einem Rückgang von 20 Prozent entspricht.

Cargotec-Geschäftsführer Mika Vehviläinen sagt: „Das zweite Quartal startete in einer sehr außergewöhnlichen Situation mit der raschen Ausbreitung des Coronavirus in unseren Hauptmärkten. Das Virus und insbesondere die daraus resultierenden regulatorischen Einschränkungen hatten zu Beginn des zweiten Quartals einen starken Einfluss auf unser Geschäft. Im weiteren Verlauf des Quartals verbesserte sich jedoch das operative Umfeld. Die Betriebsstunden, die wir über unsere angeschlossenen Geräte auslesen, zeigen auch, dass die Aktivität der Kunden seit dem Rückgang zu Quartalsbeginn deutlich gestiegen ist.“

Er fährt fort: „Die erhöhte Unsicherheit und die durch die Pandemie verursachten Einschränkungen beeinträchtigten den Auftragseingang, der gegenüber dem Vergleichszeitraum um 27 Prozent zurückgegangen ist. Insbesondere größere Automatisierungsaufträge wurden zurückgestellt. Die Auftragseingänge verbesserten sich jedoch von Monat zu Monat nach einem schwachen April, was Grund zu der Annahme gibt, dass die Talsohle beim Auftragseingang im zweiten Quartal erreicht wurde.“

Vehviläinen weiter: „Unsere Fähigkeit, Produkte an Kunden zu liefern, wurde durch die Schließung unserer Montageeinheiten und eine geringere Auslastung der Montagelinien aufgrund der Sicherheitsvorschriften sowie durch Produktionsausfälle bei unseren Lieferanten beeinträchtigt. Die Situation in unserer Lieferkette normalisiert sich jedoch, und alle unsere Montagestandorte waren im Juni wieder in Betrieb. Unser Service- und Softwaregeschäft war trotz der Marktbedingungen widerstandsfähig. Die Covid-19-Krise hat auch das Interesse der Kunden an Fernwartungsdiensten weiter erhöht.“

Zum Abschluss sagt der Konzernchef: „Im Mai haben wir unser Klimaziel vorgestellt, ein ‚1,5-Grad-Unternehmen‘ zu werden. Gemäß der Verpflichtung wollen wir die CO2-Emissionen in der Phase der Rohstoffbeschaffung und Produktnutzung bis 2030 um mindestens 50 Prozent gegenüber dem Stand von 2019 reduzieren. Darüber hinaus streben wir an, in unseren eigenen Betrieben bis 2030 klimaneutral zu sein. Bei elektrisch betriebenen Geräten sind wir Vorreiter, was uns große Geschäftsmöglichkeiten eröffnet.“

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