19.02.2021

Erwischt!

Sicher ist anders: Der oberste Rechnungsprüfer der Stadt Toronto, der sogenannte Auditor General, hat eine Reihe von Videos veröffentlicht, in denen städtische bzw. von der Stadt beauftragte Baumpfleger zahlreiche Sicherheitsverstöße begehen, darunter Arbeiten entlang und durch Stromleitungen, während sie eine Arbeitsbühne bedienen und mit dem Mobiltelefon telefonieren. Dieser Schritt erfolgt 18 Monate, nachdem die vorherige Prüfung ähnliche Probleme aufgedeckt hatte und die Auftragnehmer gebrieft und gewarnt worden waren.

Andere Probleme gab es auch mit jenen Arbeitsteams, die ausgiebig Pausen machten und stundenlang keinen Finger rührten, obwohl die Arbeiten auf Stundenbasis mit der Stadt abgerechnet wurden. Und in einigen Fällen war es noch krasser, da wurde die Arbeit gar nicht erst ausgeführt. Der Rechnungsprüfer schätzt, dass rund 2,6 Millionen Dollar zu Unrecht in Rechnung gestellt wurden. Die Baumpflege-Teams wurden zudem ständig von Kameras dabei erwischt, wie sie grundlegende Sicherheitsstandards missachteten.

Auditor General Beverly Romeo-Beehler berichtete, dass er und sein Team Zeuge wurde, wie die Arbeiter stundenlang herumsaßen, miteinander plauschten, gemütlich rauchten und auch lasen oder auch ein paar Sportübungen machten. Das Krasse: Im Durchschnitt (!) – also nicht in Einzelfällen – widmeten die Arbeiter noch nicht mal den halben (Arbeits-)Tag ihrer eigentlichen Beschäftigung. Nur 3,5 Stunden ihres 8-Stunden-Tages verbrachten sie mit Baumschnitt und -pflege einschließlich aller zugehörigen Arbeiten wie Vorbereiten und Einrichten der Baustelle, Aufräumarbeiten und Papierkram. Das Auditteam berichtete, dass bei den Crews im städtischen Einsatz auch gegen Sicherheitsvorschriften verstoßen wurde.

Das Video unten – eines von drei –erklärt sich quasi von selbst…


Vertikal Kommentar

In Anbetracht der vielen Todesfälle in diesem Sektor und des hohen Risikos, mit Oberleitungen in Berührung zu kommen, ist es erstaunlich, eine dermaßen lässige, ja nach- und fahrlässige Haltung der Arbeitsbühnenbediener zu erleben. Im Übrigen fragt man sich, warum die Stadt einen Vertrag auf Stundenbasis ausgestellt hat und nicht pauschal pro Job. Definitiv ein Fall für unsere Death Wish-Serie.

Starten Sie sicher und gut ins Wochenende!

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