15.07.2021

Kranhaken aus 3D-Drucker: passt

Drei Jahre, drei Dimensionen: Der niederländische Schwerlastkran- und Offshore-Spezialist Huisman hat den Test eines 350 Tonnen starken Kranhakens, der mit einem 3D-Drucker hergestellt wurde, erfolgreich abgeschlossen.

Der unter Aufsicht der unabhängigen Zertifizierungsbehörde Lloyd's Register getestete neue Kranhaken wurde aus rund 90 Kilometer hochfestem Stahlschweißdraht mit der 3D-Drucktechnik Wire & Arc Additive Manufacturing (WAAM) hergestellt. Mit einem Gewicht von 1.700 Kilogramm und einer Größe von 1,70 Meter x 1,30 Meter ist dieser Kranhaken neunmal so groß wie der erste 3D-gedruckte Kranhaken von Huisman.

Das Unternehmen behauptet, dass seine 3D-gedruckten Haken kostengünstiger zu produzieren sind – insbesondere bei größeren Haken –, ein gleichbleibendes Qualitätsniveau bieten und die Lieferzeiten im Vergleich zu geschmiedeten und gegossenen Haken deutlich verkürzen. Die Schicht-für-Schicht-Fertigungstechnik, die von 3D-Druckern verwendet wird, ermöglicht zudem auch neue oder maßgeschneiderte Formen.
Der 350-Tonnen-Haken stammt aus dem 3D-Drucker

Projektkoordinator Daniel Bilek sagt: „Kranhaken sind üblicherweise Teil der Lieferung von schweren Hebekränen für die Offshore-Industrie, einem unserer Schlüsselprodukte. Der Preis eines geschmiedeten Hakens steigt exponentiell mit der Größe, besonders wenn es sich um eine Nicht-Standardgröße handelt. Wenn ein Haken durch Gießen hergestellt wird, könnte das Problem der uneinheitlichen internen Qualität zu längeren Lieferzeiten führen. All dies führte zu der Idee, die Haken selbst herzustellen, und zwar nach der sogenannten WAAM-Methode. Nach fünf Jahren Forschung, Entwicklung und Testen von 3D-gedruckten Produkten haben wir das nötige Fachwissen erworben, um diese innovative Methode für die Produktion von hochwertigen Kranhaken einzusetzen.“

Huisman plant nach eigenen Angaben, die Kapazität der Roboterwerkstatt in der Produktionsstätte in Sviadnov, Tschechien, zu erhöhen, um Kranhaken mit einem Gewicht von bis zu 5.000 Kilogramm zu produzieren.

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