25.10.2021

Dritter LR 11000 für Felbermayr

Großkrane gefragt: Ein blau lackierter Liebherr-Raupenkran vom Typ LR 11000 hat im Frühsommer dieses Jahres die Werkshallen in Ehingen verlassen. Sein Ziel: Österreich. Sein Job: Windkraft-Bau. Sein neuer Besitzer: Felbermayr.

Es ist bereits der dritte 1.000-Tonnen-Kran dieses Typs, den der österreichische Familienbetrieb nun in Dienst gestellt hat. Als Features an Bord hat der LR 11000 den teilbaren Schwebe-Ballast VarioTray und den hydraulisch verstellbaren Klapprahmen V-Frame.
Felbermayrs dritter LR 11000

Im Burgenland im Süden der Alpenrepublik wird derzeit am Repowering eines bestehenden Windparks gearbeitet. Auf den weitläufigen Feldern an der Grenze zur Slowakei werden alte, kleinere Windenergieanlagen demontiert, um Platz für modernere Anlagen zu schaffen. Am Bau der neuen, bedeutend mächtigeren Windräder arbeitet seit Juli der fabrikneue LR 11000 von Felbermayr. Dabei werden insgesamt zehn Anlagen mit einem Rotordurchmesser von 138 Metern und einer Leistung von 4,2 Megawatt aufgestellt.

Ausgestattet ist der 1.000-Tonnen-Kran mit einem 168 Meter langen Gittermast, einem Derrickausleger und der für Montagen im Windpark prädestinierten F2-Spitze – 15 Meter lang und leicht abgewinkelt. Damit lassen sich die oberen Komponenten der Windräder mit ihren Nabenhöhen von 160 Metern sicher montieren bei ausreichend Raum zum Manövrieren der einzelnen Bauteile.
Die Nabe geht am Kranhaken des LR 11000 nach oben: In 160 Metern Höhe wird das Bauteil montiert

Die schwersten Komponenten und somit die größten Lastfälle für den LR 11000 stellen der Stator und auch der Rotor dar, aus welchen der Generator zusammengesetzt wird. Rund 88 Tonnen Bruttolast hängen bei den Montagen dieser Teile jeweils am Kranhaken. Für ausreichend Standfestigkeit des Raupenkrans bei diesen Lasten, einer Hubhöhe von 160 Metern und einer erforderlichen Ausladung von rund 32 Metern sorgen insgesamt 380 Tonnen Zentral-, Schwebe- und Drehbühnenballast.

Weitere 450 Tonnen stehen auf der Baustelle bereit. Sie werden jedoch nur zum Aufrichten oder Ablegen des gewaltigen Gitterauslegers benötigt und können innerhalb weniger Minuten mit der Schwebeballast-Palette verbolzt werden.

Wenn das Wetter mitspielt, erledigen Kranmannschaft und Montageteam den Aufbau einer Windenergieanlage auf den bereits erstellten 85 Meter hohen Grundturm in etwa vier Tagen. Etwa sechs Tage vergehen nach der Montage des letzten Rotorblatts, bis der Raupenkran wieder fertig gerüstet auf dem neuen Baufeld bereitsteht.

Europaweit betreibt das Familienunternehmen aktuell insgesamt 72 Standorte in 19 Ländern. Felbermayr hat zudem einen weiteren Großkran bestellt, und zwar einen LR 1800-1.0. Auch dessen Auslieferung steht kurz bevor.
Einbau der Nabe mit der 15-Meter-Gitterspitze am 168 Meter langen Ausleger

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