03.12.2021

Goldhofer gefragt

Windkraftanlagen der neuen Generation werden immer größer. Um die zunehmend schwereren und längeren Bauteile zügig und sicher an ihre mitunter abgelegenen Bestimmungsorte zu liefern, hat die Firma P. Schwandner Logistik + Transport nachgelegt. Das Unternehmen mit Sitz in Pfreimd hat seinen Fuhrpark mit etlichen neuen Goldhofer-Lösungen ausgestattet.

Dazu zählen drei Blades-Züge für den Transport von über 80 Meter langen Rotorblättern. Die hydraulisch gesteuerten Nachläufer sind mit dem neuen hydraulischen und von Vestas zertifizierten Interface zur Aufnahme der Flügelspitze ausgerüstet. Damit die gestiegenen Höhen-, Gewichts- und Sicherheitsanforderungen bei der Beförderung schwerster und voluminöser Turmbauteile erfüllt werden, setzt der oberpfälzische Experte künftig auf die weiterentwickelten Rohradapter des Modells RA 2-110. Mit dieser Kombination erfüllt Schwandner die Vorgaben eines von Vestas mitentwickelten und geforderten Sicherheitskonzeptes für Turmtransporte.
Der Goldhofer-Rohradapter in den Farben von P. Schwandner Logistik + Transport

Größer dimensionierte Windkraftanlagen benötigen noch stabileren Halt. Mit den neuen Rohradaptern vom Typ RA 2-110 lassen sich Turmsektionen mit maximal 110 Tonnen Gewicht und bis zu 6,8 Meter Durchmesser transportieren. Das Mehr an Nutzlast wird dabei durch die Verwendung eines vierachsigen Pendelachsdollies als vorderes Fahrwerk erreicht. Als Heckfahrwerk kommen Schwerlastmodule vom Typ THP/SL-S (285) zum Einsatz.
Turmsegment der EnVentus Turbine V162 auf dem Weg zum Windpark Riskebo

Statt der üblichen zwei Freidreheinrichtungen (Schwanenhals mit Fahrwerk sowie Heckfahrwerk) verfügt das neue Transportsystem nur über eine Freidreheinrichtung, die sich zwischen dem vorderen Dolly und dem Rohradapter befindet. Der hintere Rohradapter wird direkt mit dem Schwerlastmodul gekoppelt. Gegenüber einer komplett freidrehenden Lösungen verleiht dieses Transportkonzept dem Gesamtfahrzeug eine wesentlich höhere Seitenstabilität und somit mehr Sicherheit, auch bei hohen Neigungswinkeln.

Da das Rotorblatt selbst zum tragenden Element im Transportkonzept wird, ist im Vergleich zu teleskopierbaren Fahrzeugen deutlich mehr Bodenfreiheit gegeben. „Mit dieser Konstruktion schwenken wir über viele Hindernisse einfach hinweg, sodass wir Kreisverkehre oder beengte Abbiegesituationen schneller als bisher bewältigen können“, sagt Geschäftsführer Peter Schwandner. „Außerdem wird uns die Seitenneigung des Flügels optisch am Fahrzeug sowie über ein eigens in der Sattelzugmaschine installiertes Display angezeigt. Dies ist ein hoher Sicherheitsaspekt, den wir so noch nirgends gesehen haben.“
Goldhofer Blades, Interface und Vestas- Klammer

Der Schwertransportexperte profitiert zusätzlich von der Möglichkeit, den Nachläufer für die Leerfahrt direkt an den Freidreher zu koppeln. Außerdem eignet sich das Dolly-Nachläufer-Konzept auch zum Transport von Langmaterial, wie beispielsweise Betonfertigteilen.

Die neuen Goldhofer-Lösungen für Transporte von Teilen für Windenergieanlagen haben sich bereits im Rahmen eines Transportprojekts bewährt, das Schwandner für Vestas Wind Energy durchführt. Der dänische Windradhersteller baut im Auftrag von Stena Renewalbe aus Stockholm den Onshore-Windpark Riskebo in Schweden, auf dem sieben Anlagen der EnVentus-Turbine V162 mit je 5,6 MW Leistung errichtet werden. Mit rund 80 Meter Länge je Flügel handelt es sich um die maximale Rotorgröße im Vestas-Portfolio.

Die Aufgabe für Schwandner: Turmsegmente und Rotorblätter vom Hafen in Gävle landeinwärts ins rund 100 Kilometer entfernte Hedemora zu transportieren. Da aufgrund der 6,3 Meter Durchmesser der Türme einige Unterführungen nicht befahren werden konnten, wurde die Strecke in eine Nordroute für die Turmelemente und eine Südroute für die Rotorblätter aufgeteilt.

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