28.04.2022

Französische Elefantenhochzeit

150 Jahre Erfahrung, über eine Milliarde Umsatz: In Frankreich bahnt sich eine Elefantenhochzeit an. Die beiden großen Akteure im Bereich des Hebens und Bewegens von Lasten, Foselev und Ponticelli Frères, schließen sich zusammen. Dies geschieht unter der Form einer wirtschaftlichen Interessengemeinschaft, eine Besonderheit des französischen Firmenrechts.

Eine wirtschaftliche Interessengemeinschaft (groupement d'intérêt économique, kurz GIE) ist eine rechtsfähige Vereinigung, die ihren Mitgliedern ermöglicht, einige ihrer Aktivitäten zusammenzulegen. Es handelt sich um eine Art Zwischen- oder Zwitterstruktur zwischen dem Dasein als unabhängiges Unternehmen und einem Joint-Venture.

„Die GIE hat den Vorteil, sehr flexiblen gesetzlichen Vorschriften im Hinblick auf ihr Kapital (Möglichkeit der Gründung ohne Kapital), ihren Zweck (der bürgerlich-rechtlicher oder kaufmännischer Art sein kann) oder ihre Organisationsmodalitäten zu unterliegen. Ihr Ziel besteht nicht darin, Erträge zu erzielen, sondern sie kann dies nebensächlich tun, wobei die Gewinne aus dem gemeinsamen Handeln direkt ihren Mitgliedern zufließen müssen. In der Praxis wird die GIE oft für eine dauerhafte Zusammenarbeit zwischen Gewerbetreibenden genutzt,“ so erklärt es ein Portal.

Vereinfacht ausgedrückt: Fest steht, dass beide Unternehmensgruppen nun gemeinsam am Markt agieren als GIE Megalift. Und mit was für einer Marktmacht! Die Foselev-Gruppe, 1970 gegründet, erwirtschaftet mit 3.000 Mitarbeitern einen Umsatz von 400 Millionen Euro im Jahr. Ponticelli, 1921 ins Leben gerufen, beschäftigt 5.000 Leute und erzielt einen Jahresumsatz in doppelter Größenordnung – 785 Millionen Euro. Ziel ist es, ein gewichtiger Player im Schwerlasthandling zu werden.
Zwei Firmen, ein Auftritt: Foselev und Ponticelli formen GIE Megalift

Das Ziel der GIE Megalift ist die Förderung, die Vermarktung, die Vorbereitung und die Durchführung aller Schwerlasthübe und -transporte, die die Mobilisierung und die Zusammenlegung großer technischer und logistischer Mittel erfordern, teilt Foselev mit. Beide Familienunternehmen haben einen starken Kranpark im Rücken und wollen zusammen „eine größere Sortimentstiefe, eine breitere geografische Abdeckung und eine größere Agilität“ erreichen.

Im Bereich der Teleskopraupenkrane stehen Krane mit Traglasten zwischen 300 und 800 Tonnen zur Verfügung, während das Portfolio bei den Gittermastraupen bis 600 Tonnen hinaufreicht. Hinzu kommt eine umfangreiche Flotte von Schwertransportfahrzeugen sowie Spezialequipment. Weitere Investitionen sind bereits in Planung, heißt es.

Durch die neue gemeinsame Struktur sollen auch Anfahrts- und Transportwege verkürzt und CO2-Emissionen eingespart werden. Die neue Organisation hat ihren Sitz in Valenciennes (ganz im Norden des Landes und unweit der belgischen Grenze) und nimmt ihren operativen Betrieb zum 1. Mai 2022 auf.

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