Präzisionsarbeit am wertvollen Weltkulturerbe: Im französischen Bordeaux hat ein 250-Tonnen-Mobilkran den anspruchsvollen Rückbau des imposanten Gerüsts rund um den freistehenden Kirchturm der Basilika Saint-Michel übernommen. Die filigran gearbeitete Spitze des freistehenden Turms war in den vergangenen fünf Jahren umfassend restauriert worden und erstrahlt nun wieder in ihrer ursprünglichen Form.
Bis auf eine Hakenhöhe von 81 Metern greift der LTM 1250-5.1 am freistehenden Kirchturm der Basilika Saint-Michel in Bordeaux Gut gerüstet fürs Gerüsterücken
Nun wurde die massive, komplexe Stahlkonstruktion des Gerüsts zurückgebaut. Das französische Industrieunternehmen Groupe Foselev war mit seinem fabrikneuen LTM 1250-5.1 angerückt, um die oberen Teile des schweren Baugerüstes am höchsten Kirchturm Südfrankreichs zu demontieren. Er misst 114 Meter.
Mit seinem 60 Meter langen Teleskopausleger, einem Anlenkstück und einer 22 Meter langen hydraulisch verstellbaren Doppelklappspitze erreichte der Kran eine Hakenhöhe von 81 Metern. Die massive Gerüstkonstruktion reichte nahezu bis zu diesem Niveau und hatte bei der Sanierung des vor 160 Jahren errichteten Turmhelms als Basis für ein weiteres Baugerüst gedient.
Voll abgestützt auf dem Vorplatz der Basilika: Mit 41 Tonnen Ballast und 22-Meter-Doppelklappspitze erreichte der Kran von zwei Standorten aus jede Stelle des gewaltigen Gerüsts
Der Kran musste dabei eine – durch die Gerüstkonstruktion verursachte – Störkante in rund 68 Metern Höhe überwinden. Durch gezieltes Abwippen der Gitterspitze erreichte die Hakenflasche auch Lasten, die weit innerhalb der Stahlkonstruktion lagen. Mit einem Durchmesser von rund 25 Metern umschloss diese den freistehenden, nicht mit der Basilika verbundenen Steinturm. So konnte der LTM 1250-5.1 von nur zwei Standorten aus sämtliche Bereiche des Gerüsts erreichen und dieses Stück für Stück zurückbauen.
„Vom Renault zum Mercedes“
Dabei war jedoch allerhöchste Präzision gefragt. Kranfahrer David musste seine Maschine äußerst behutsam navigieren. Bis zu über 4 Tonnen schwere Elemente wurden von den Gerüstbauern in großer Höhe am Kranhaken angeschlagen, ausgebaut und anschließend mit großer Vorsicht an den frisch sanierten Kreuzblumen sowie den kleinen Seitentürmen vorbeimanövriert.
Kranfahrer David positioniert seinen neuen Kran. Mit dabei: Joël Karotsch, Leiter der Niederlassung von Foselev in Bordeaux.
„Très, très précis“, meinte Thibaut, einer der kletternden Gerüst-Profis, über das zentimetergenaue Führen des Kranhakens. Sowohl einzelne Stahlträger als auch komplette Gerüstfelder wurden von ihm und seinen Kollegen sicher angehängt und kontrolliert ausgehoben.
Für David im Kran war es das erste Mal, dass er einen Liebherr-Kran steuerte. Er kannte bislang nur andere Fabrikate. „Der Wechsel auf Liebherr ist für mich ein wenig wie vom Renault auf einen Mercedes umzusteigen“, sagt er augenzwinkernd.
Der 60 Meter lange Teleskopausleger überwindet mit dem Adapterstück die Störkante des Gerüsts
Obwohl es Davids erster Job mit dem neuen Kran war, meisterte er selbst das Verfahren des Geräts mit aufgestelltem Ausleger und angebauter Spitze sicher und routiniert. Etwa eine Stunde benötigte er für den Vorgang, dann war die Maschine auf der gegenüberliegenden Turmseite fertig abgestützt und erneut einsatzbereit.
Blick auf den Kran und die Dächer von Bordeaux, rechts im Hintergrund fließt die Garonne
Foselev zieht ebenfalls ein positives Fazit nach dem ersten Einsatz seines neuen LTM 1250-5.1: „Ein perfekter Kran für diese Aufgabe“, sagt Joël Karotsch, Leiter der Niederlassung Foselev Sud Ouest in Bordeaux.
Die Unternehmensgruppe Foselev verfügt über mehr als 500 Krane, von denen 30 Geräte von Bordeaux aus disponiert werden. Etwa ein Drittel der Krane stammt von Liebherr.
Der Kran ist in der Lage, mit Ballast und angebauter Gitterspitze umzupositionieren
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