16.12.2010

Bauwirtschaft rechnet mit schwarzer Null für 2011

„Die Mitgliedsbetriebe der Bundesvereinigung Bauwirtschaft werden in 2010 einen Umsatz in Höhe von 191 Milliarden Euro erwirtschaften, das sind 3 Milliarden und damit 1,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Für 2011 erwarten wir allerdings nur noch eine schwarze Null beim Umsatz, nämlich 191,5 Milliarden Euro (+ 0,2 Prozent).“ So die Einschätzung von Karl-Heinz Schneider, Vorsitzender der Bundesvereinigung Bauwirtschaft, anlässlich der Pressekonferenz zum Jahresende in Berlin.

Dabei ist die konjunkturelle Entwicklung für die rund 300.000 Betriebe des deutschen Bau- und Ausbauhandwerks höchst unterschiedlich verlaufen: Während die Unternehmen des Bauhauptgewerbes einen Umsatzrückgang von rund einem Prozent erwarten, stagniert der Umsatz im eigentlichen Ausbaubereich. Die Entwicklung im Segment Energie-/ Gebäudetechnik und Dienstleistungen ist mit einem Plus von fast 5 Prozent jedoch äußerst positiv verlaufen.

Schneider begründete diese Entwicklung unter anderem mit der Wirkung der Konjunkturpakete: „Unternehmen im Bereich Energie-/ Gebäudetechnik und Dienstleistungen sowie Ausbau haben vom Trend zur energieeffizienten Sanierung und den Konjunkturprogrammen profitiert. Die Unternehmen des Bauhauptgewerbes sind stark an die Neubautätigkeit gebunden. Hier blieben die Impulse zu schwach.“

Insbesondere der öffentliche Bau sei für das Bauhauptgewerbe eine herbe Enttäuschung gewesen, so Schneider. Der Wohnungsneubau dagegen hat leicht angezogen und die Umsatzentwicklung stimuliert. Darauf setzt die Branche auch für 2011: Denn die Baugenehmigungen, immerhin ein Plus von 8.460 neu genehmigten Wohnungen, schüren die Erwartung, dass die Umsätze im Wohnungsbau wieder anziehen werden. Der Wirtschaftsbau dagegen hat erneut nachgegeben. Daher wird für das Bauhauptgewerbe ein Umsatzminus von 1 Prozent in diesem wie auch im nächsten Jahr erwartet. Der Umsatz im Bauhauptgewerbe dürfte in diesem Jahr eine Größenordnung von 64,8 Milliarden Euro erreichen; die Zahl der Beschäftigten bleibe stabil bei 629.000, so Schneider.

Eine deutliche Belebung der konjunkturellen Entwicklung hat im Bereich Energie-/ Gebäudetechnik und Dienstleistungen stattgefunden. Gestützt auf die KfW-Förderprogramme zur energetischen Sanierung und das Konjunkturpaket II wird in 2010 mit einem Umsatzzuwachs von fast 5 Prozent gerechnet und ein Umsatz von 72,3 Milliarden Euro erreicht. Damit ist die Sparte Energie- und Gebäudetechnik die umsatzstärkste innerhalb der Bundesvereinigung Bauwirtschaft. Für 2011 wird noch einmal eine Steigerung um 2 Prozent erwartet.

Abschließend erklärte Schneider: „Das deutsche Bau- und Ausbauhandwerk blickt je nach Sparte mehr oder weniger optimistisch in die Zukunft. Denn wir sind sicher, dass es insbesondere aufgrund des Energiekonzeptes der Bundesregierung, aber auch aufgrund des demografischen Wandels unserer Gesellschaft Bauaufgaben zuhauf gibt.“

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