20.07.2026

Auf Nummer sicher (Nr. 4)

Alle Plätze waren besetzt: Der bereits vierte Safety Summit auf dem sogenannten Campus M der Firma AST Arbeitssicherheit war ihren Angaben zufolge ein voller Erfolg. Hauptthema war der Einsatz von KI im Arbeitsschutz.

Das Blausteiner Unternehmen präsentierte auch beim diesjährigen Zusammenkommen von Sicherheitsexperten kurzweilige Referate, eine Podiumsdiskussion sowie eine Auswahl von innovativen Lösungen und Produkten rund um den Arbeitsschutz – und zwischendurch hatten die rund 100 Teilnehmenden auch Zeit fürs Netzwerken und für Gespräche.
Wohin führt uns die KI im Arbeitsschutz? Darüber diskutierten beim Safety Kongress (v.l.): Thomas Wilrich, Frank Hotz, Matthias Müller, Ulrich Striegel mit Moderatorin Renate Meyer

Prof. Dr. Thomas Wilrich sprach über das Thema „Paragrafenreiterei versus Pragmatismus – was fordern Rechtsformalitäten und was ist wirklich sinnvoll?” sowie über die „10 Big Points im Arbeitsschutz: Verantwortung und Pflichten“ und zeigte Verantwortungsgefühl und Grenzfälle auf. „KI im Arbeitsschutz, KI-Gefährdungsbeurteilung, was ist möglich und was ist zu beachten?“, so lautete der Vortrag von Sich.-Ing. Frank Hotz vom Jedermann Verlag, der zudem Tipps über die Dokumentenerstellung mit KI gab und erläuterte, wie die Künstliche Intelligenz den Arbeitsschutz verändert.

Beide Referenten gaben bei der anschließenden Podiumsdiskussion gemeinsam mit Seminarleiter und Organisator Dipl.-Sich.-Ing. Matthias Müller und Ulrich Striegel vom hessischen Ministerium für Kultur, Bildung und Chancen Einblicke in ihre Arbeit, die zunehmend von KI geprägt ist. Für Matthias Müller erscheint es durch die rasante Informationsvermittlung fast schon fahrlässig, KI nicht zu nutzen: „Ich kann Themenlisten schneller und effektiver bearbeiten und bekomme so die Möglichkeit strategische Punkte zu überdenken, die früher zu kurz gekommen sind.“

Frank Hotz ist geteilter Meinung, denn zwar erlaube es die KI zwar, schneller zu arbeiten, doch verdichte sich alles noch mehr: „Auch die damalige Einführung von Mobiltelefonen und Mailprogrammen hat uns letztendlich keine Zeit geschenkt.“

Thomas Wilrich gab zu bedenken, dass sich der Einsatz von KI durchaus auch negativ auf das eigene Tun auswirken könne, wenn das jemand möchte: „Wenn zum Beispiel ein Geschädigter die KI beauftragt, explizit Fehler in den Gefährdungsbeurteilungen eines Unternehmens zu suchen, dann wird sie das auch tun. Das ist gefährlich.“ Doch auch für Ulrich Striegel führt kein Weg mehr an ihr vorbei. Er ist sicher: „KI wird das Verhalten von Fachkräften für Arbeitssicherheit sehr deutlich verändern, zum Beispiel bei der Bewertung von Ergebnissen oder der Bewältigung von neu entstehenden Aufgaben.“

Informationsstände gab es zudem über das Angebot der AST Safety Academy sowie über die unterschiedlichen E-Learning-Programme. Mit dabei war auch der italienische Minikranhersteller Jekko, der zwei Krane zum Testen bereitstellte, sowie das Familienunternehmen Martor, das ein hochwertiges Sicherheitsmesser präsentierte.

Kommentare