03.02.2020

Krane plumpsen ins Hafenbecken

Komplizierte Bergung erwartet: Zwei große Hafenmobilkrane sind am Freitagabend gegen 21 Uhr beim Verladen im Rostocker Überseehafen ins Wasser gefallen. Dabei wurden zwei Personen leicht verletzt.

Zwei Liebherr-Hafenmobilkrane vom Typ LHM 550 wurden auf ein Schwergutschiff verladen, als sich der Unfall ereignet hat. Der erste war bereits auf dem Schiff, der „Jumbo Vision“, abgesetzt worden, der zweite praktisch auch, doch dann ist der Ausleger des auf dem Schiff installierten Krans gegen den gerade abgesetzten Hafenkran gestoßen, woraufhin die 439 Tonnen schwere Maschine über die Schiffskante kippte und ins Hafenbecken rutschte. Dies führte dazu, dass das Schiff sich stark zur Seite neigte und den anderen Kran ebenfalls ins Wasser schickte.
Die „Jumbo Vision“ nach dem Unfall

Einer der an der Verladeaktion beteiligten Männer erlitt leichte Verletzungen und wurde vor Ort behandelt. Das unkontrollierte Auslaufen von Öl bzw. Dieselkraftstoff konnte durch schwimmende Ölsperren unterbrunden werden. Rund hundert Liter wurde abgesaugt.

Auch das Schiff wurde bei dem Unfall beschädigt und muss bis zur Reparatur im Hafen bleiben. Taucher haben mittlerweile die exakte Position der Krane auf dem Grund des Rostocker Überseehafens aufgezeichnet, damit diese so schnell wie möglich geborgen werden können. Zudem haben sie bei ihren Tauchgang die Entlüftungsstutzen an den Hydrauliköl- und Dieseltanks abgedichtet. Sonst hätten über 10.000 Liter Öl und Kraftstoff auslaufen können (über 7.500 Liter Hydrauliköl und 3.000 Liter Diesel).

Liebherr bestätigte, dass sich der Vorfall gegen 21 Uhr während der Positionierungsarbeiten am zweiten Hafenmobilkran auf dem Schiff ereignet hat. Das Unternehmen ließ verlauten: „Das Schiff kippte und beide Krane rutschten in das Hafenbecken. Die beiden Mobilkrane waren für den Export bestimmt und waren mit den Schiffskranen auf das Spezialschiff verladen worden.“ Das Unternehmen sagte, man könne noch keine Aussagen darüber machen, was genau passiert sei; die Untersuchungen laufen noch.

Der LHM 550 hat eine Kapazität von 154 Tonnen, einen 54 Meter langen Ausleger und eine maximale Hubhöhe von 45 Metern und ist in Transportkonfiguration 36 Meter hoch.
Andere Liebherr LHM 550 an Bord eines Transportschiffes

Seit Freitag ist das Hafenbecken B für den Verkehr gesperrt.

Wie hoch der Schaden ausfällt, war zunächst noch unklar. Wenn man bedenkt, dass ein LHM 550 zwischen drei und vier Millionen Euro kostet, die zu erwartende aufwändige Bergung sowie die Schäden am Schwerlastschiff miteinrechnet, dürfte womöglich ein Schaden im niedrigen zweistelligen Millionen-Bereich enstanden sein.

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