01.10.2021

Eng, kurvig und steil

Zwischen März und Mai 2021 transportierte das mexikanische Unternehmen Transportes Muciño im Auftrag von Mitsubishi Power Americas eine Gasturbine, eine Dampfturbine sowie einen Generator vom Hafen in Tampico zum Kraftwerk Tamazunchale II im mexikanischen Staat San Luis Potosí.

Das derzeit im Bau befindliche gasbetriebene Kraftwerk Tamazunchale II ist mit einer Leistung von 514 MW das größte in Lateinamerika. Das schwerste Transportgut des Projekts war ein Generator mit einem Gewicht von 380 Tonnen und Abmessungen von 10,20 x 5,43 x 5,41 Metern. Aufgrund der schwierigen Beschaffenheit der Transportroute kamen konventionelle Modulkombinationen nicht in Frage, deshalb setzte Transportes Muciño auf Goldhofer-Equipment, um den Auftrag sicher und erfolgreich abzuschließen.
Extrem enge Serpentinen konnten ohne den Einsatz von Zugmaschinen dank Addronic und Addrive gemeistert werden.

„Mitsubishi hat sein Vertrauen für diesen herausfordernden Job in uns gesetzt. Für uns bedeutet ein Transport auch immer Teamwork, weshalb wir einen Partner wollten, mit dem wir bereits in der Vergangenheit zusammengearbeitet haben – eine Einstellung, die Mitsubishi, Muciño und Goldhofer teilen. Aus diesem Grund haben wir uns entschieden, das Projekt mit Goldhofer durchzuführen“, sagt Raúl Cuevas, Kaufmännischer Leiter bei Transportes Muciño.
Überquerung der verstärkten Brücke Platon Sanchez, ohne Zugmaschinen

Steigungen von bis zu 19 Prozent, Serpentinen und sehr enge Straßen stellten eine Herausforderung für das Team von Muciño dar. Schließlich kamen mehrere Goldhofer-Schwerlast-Modulkombinationen und die Seitenträgerbrücke „Faktor 5“ zum Einsatz. Das Gesamtgewicht des Zuges ohne Zugmaschinen betrug bis zu 705 Tonnen. Ohne die Kombination aus Goldhofer „Addrive“ und der neuen „Addronic“ hätte der Transport allerdings nicht durchgeführt werden können.
Der Konvoi passiert eine extrem enge Kurve in San Felipe Orizatlán, Hidalgo

„Mit Addronic können die Grundfunktionen wie Lenken, Niveau und Fahrantrieb von bis zu vier Addrive-Modulen synchronisiert werden. Zudem können bestehende PST- oder THP-Flotten einfach in den Transportverbund integriert werden“, sagt Rainer Auerbacher, Vorstand und Head of Transport Technology bei Goldhofer. Cuevas ergänzt: „Vor dem Hintergrund der speziellen Anforderungen dieses Projekts kamen wir zu dem Schluss, dass eine Schwerlast-Modulkombination mit Addrive und Addronic die perfekte Lösung für diese Herausforderung ist.“
Der Konvoi erreicht sein Ziel: Tamazunchale II

Zu Beginn startete der Transport mit einer Kombination aus 2 x 18 Achslinien und „Faktor 5“, zwei Zug- und einer Schubmaschine, die beiden Addrive-Module unterstützen hierbei die Kombination. Nahe der Stadt Jaltocan erfolgte ein Umbau des Konvois in eine 2 x 9-Achs-Parallelkombination, bei der die nun vier 6-Achs Addrive-Module mit Addronic synchronisiert wurden. Damit konnten Steigungen von bis zu 14 Prozent auf extrem engen Straßen bewältigt werden. Mit abgekuppelten Zugmaschinen passierte der Konvoi 46 Serpentinen und sogar eine 54-Grad-Kurve in Chapulhuacanito. Nach einem weiteren Umbau zu einer 2 x 12-Achs-Parellelkombination machte sich das Muciño-Team auf den Weg zum Kraftwerk. Für die „letzte Meile“ nach Tamazunchale II spielten die synchronisierten Module erneut ihre Stärke aus und bewegten den Konvoi alleine durch eine 19-Prozent-Senke zu ihrem Ziel.

Mehr als 126 Kurven mussten verbreitert werden, damit die ungewöhnlich große Konfiguration passieren konnte. Zudem wurden erhebliche Verstärkungen an sechs auf der Strecke liegenden Brücken vorgenommen, wie der Panuco Bridge, Veracruz oder Platon Sanchez. Einige Brücken mussten sogar ohne Zugmaschinen passiert werden, um das Gesamtgewicht zu reduzieren und so langwierige Umwege zu vermeiden. Unter Leitung des Mitsubishi Logistik-Teams investierte Transportes Muciño über 16 Monate in die Vorbereitung dieses gigantischen Projekts.

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