29.03.2022

Megafusion abgeblasen

Britische Behörden blockieren: Lange Zeit sah es danach aus, als würde die Fusion mit einigen Auflagen von Konecranes und Cargotec über die Bühne gehen – nun ist der Traum geplatzt. Die britische Wettbewerbsbehörde CMA blockiert den Zusammenschluss beider Firmen, sodass die Unternehmen gemeinsam beschlossen haben, die Fusionspläne zu beerdigen.

Laut dem heute veröffentlichten Abschlussbericht der CMA wären die Abhilfemaßnahmen, die alle Überschneidungen zwischen den Geschäftsbereichen der beiden Unternehmen beseitigt hätten und von der Europäischen Kommission akzeptiert wurden, nicht geeignet, die Bedenken der CMA auszuräumen. Somit kann der geplante Zusammenschluss von Konecranes und Cargotec nicht vollzogen werden. Dafür hätten alle zuständigen Wettbewerbsbehörden zustimmen müssen. Sobald auch nur eine Bedenken hegt und ein Veto einlegt, ist der Plan passé.

Daher haben Konecranes und Cargotec am Mittwoch beschlossen, den geplanten Zusammenschluss abzusagen. Konecranes und Cargotec werden die Fusion und die damit verbundenen Prozesse sofort einstellen und als völlig unabhängige Unternehmen weiterarbeiten.

Die Europäische Kommission hatte die Fusion unter Auflagen genehmigt. So hätten sich beide Unternehmen von ihren jeweiligen Geschäftsbereichen Konecranes Lift Truck und Kalmar Automation Solutions trennen müssen. Darüber hinaus hatten die Wettbewerbsbehörde in China und neun weitere Gerichtsbarkeiten grünes Licht gegeben für den geplanten Zusammenschluss.

Um auch die britischen Wettbewerbshüter zufriedenzustellen, habe man keine akzeptable Lösung gefunden, so beide Unternehmen unisono.

Christoph Vitzthum, der Vorsitzende von Konecranes, erklärt: „Der Zusammenschluss von Konecranes und Cargotec, wie er geplant und am 1. Oktober 2020 angekündigt wurde, hätte ein Unternehmen geschaffen, das größer gewesen wäre als die Summe seiner Teile. Das Fusionskontrollverfahren war umfangreich und die Untersuchungen gründlich, und der Aufsichtsrat von Konecranes ist enttäuscht, dass das angebotene Abhilfepaket nicht die Bedenken aller Regulierungsbehörden ausräumen konnte. Gleichzeitig sind wir der Ansicht, dass weitere Abhilfemaßnahmen nicht im besten Interesse der Konecranes-Aktionäre gewesen wären, da sie das strategische Grundprinzip der Transaktion verändert hätten.“

Ilkka Herlin, der Vorsitzende von Cargotec, erklärt: „Der Vorstand von Cargotec ist überzeugt, dass der Zusammenschluss durch die Verbesserung des nachhaltigen Materialflusses einen erheblichen Wert für die gesamte Branche und die Aktionäre geschaffen hätte. Durch den Zusammenschluss wäre ein starkes europäisches Unternehmen entstanden, das die gemeinsame Innovationsfähigkeit beschleunigt hätte, ohne den Wettbewerb zu beeinträchtigen. Wir haben alles in unserer Macht Stehende getan, um die Fusion zu verwirklichen, und sind enttäuscht, dass unsere Pläne aufgegeben werden mussten. Nach einem langen und umfangreichen behördlichen Prüfungsverfahren und der Vorbereitung der Fusion ist es nun an der Zeit, dass wir uns voll und ganz auf die Umsetzung der eigenen Strategie und die Wertschöpfungsmöglichkeiten von Cargotec konzentrieren.“

Bitter: Bis Ende 2021 hatte Konecranes 56 Millionen Euro und Cargotec 57 Millionen Euro an fusionsbedingten Kosten verbucht. Die gesamten Transaktionskosten beziffern beide Parteien auf 125 Millionen Euro (ohne Integrationsplanungskosten).

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