16.05.2022

Crosby will Kito

Elefantenhochzeit geplant: Die in den USA ansässige Firmengruppe Crosby und der japanische Hersteller Kito haben einen Fusionsvertrag über die Zusammenlegung der beiden Unternehmen unterzeichnet.

Der Zusammenschluss erfolgt durch ein Barangebot von Crosby für alle 21 Millionen Kito-Aktien zu einem Preis von 2.725 Yen (20,20 Euro) pro Aktie – insgesamt 424 Millionen Euro, was einem Aufschlag von 64,3 Prozent gegenüber dem Schlusskurs vom Freitag und einem Aufschlag von 61 Prozent gegenüber dem Dreimonatsdurchschnitt entspricht. Obwohl es sich bei der Transaktion technisch gesehen um eine Übernahme handelt, gibt es umfangreiche Vereinbarungen, die den Fusionsprozess auf der Grundlage einer „Fusion unter Gleichen“ festlegen.

Es sieht so aus, als ob die Mehrheit der Anteilseigner den Plänen des Unternehmens frühzeitig zustimmt. Wenn alles nach Plan läuft, werden die beiden Unternehmen im Januar 2023 ein sogenanntes Squeeze Out-Verfahren einleiten, um alle ausstehenden Aktien zwangsweise zu erwerben.

In der Erklärung des Unternehmens heißt es: „Das fusionierte Unternehmen wird besser ausgestattet und letztlich besser positioniert sein, um Kunden, Teammitglieder und Gemeinden weltweit durch zusätzliche Investitionen in Produkte, Mitarbeiter und Einrichtungen zu bedienen. Der Zusammenschluss wird die Innovation weiter fördern und es den Kunden ermöglichen, von einem breiteren Produktportfolio in einer globalen Landschaft sowie einem höheren Maß an Service, Support und Schulung zu profitieren. Darüber hinaus haben die geografisch komplementären Aktivitäten der beiden Unternehmen das Potenzial, das Wachstum durch eine erweiterte und diversifizierte geografische Präsenz zu beschleunigen.“

Robert Desel, Chief Executive von Crosby, fügt hinzu: „Dies ist eine außergewöhnliche Gelegenheit, zwei Unternehmen mit differenzierten, branchenführenden Fähigkeiten zusammenzubringen, um einen außergewöhnlichen Wert für alle Beteiligten zu schaffen: Teammitglieder, Vertriebspartner, Endverbraucher und Gemeinden. Wir schätzen die Kito Corporation seit langem, da sie unsere Kernwerte Sicherheit, Zuverlässigkeit und Innovation vorbildlich verkörpert, und wir freuen uns sehr, gemeinsam mit ihr erstklassige Produkte, Lösungen und Dienstleistungen für Kunden auf der ganzen Welt anzubieten.“

Desel weiter: „Die strategische Weisheit und die industrielle Logik dieser Kombination sind überzeugend. Sie verbindet die sich hervorragend ergänzenden Produktportfolios von The Crosby Group und Kito und ermöglicht den Kunden den Zugang zu einer breiten Auswahl an Hebe- und Materialtransportlösungen von einem zuverlässigen Hersteller. Gemeinsam werden die Unternehmen in der Lage sein, Innovationen durch verstärkte Investitionen in die Entwicklung neuer Produkte zu beschleunigen und es den Endverbrauchern zu ermöglichen, ein höheres Maß an Effizienz und Sicherheit zu erreichen, indem sie von einem kombinierten Unternehmen eine bessere Unterstützung in den Bereichen Technik, Anwendung und Schulung erhalten.“

Kito-CEO Yoshio Kito sagt: „Wir glauben, dass dieser Zusammenschluss für alle Beteiligten einen enormen Wert darstellt. Wir hätten uns keinen besseren Partner vorstellen können und sind zuversichtlich, dass das kombinierte Unternehmen auf seinen großartigen Marken aufbauen wird, um unsere Kunden, Mitarbeiter und Gemeinden optimal zu bedienen. Wir werden gemeinsam daran arbeiten, unser Produktangebot weiterzuentwickeln und zu erweitern, uns auf der Grundlage unseres Grundsatzes "Der Kunde steht an erster Stelle" zu differenzieren und unsere Präsenz als weltweit führendes Unternehmen auszubauen.“

Die Crosby-Gruppe ist im Besitz des Private-Equity-Unternehmens KKR und umfasst ein breites Portfolio an Marken und Produkten, darunter Crosby, Gunnebo, Crosby Straightpoint, Crosby BlokCam, Crosby Airpes, Acco, McKissick, Crosby Feubo, Trawlex, Lebus, Speedbinder und CrosbyIP. Die Umsätze werden nicht bekanntgegeben, werden aber auf mehr als 270 Millionen Dollar geschätzt.

Das 1932 gegründete Unternehmen Kito erzielte bis Ende März einen Umsatz von 62,5 Milliarden. Yen (463 Millionen Euro) und einen Gewinn vor Steuern von 6,4 Milliarden Yen (47,4 Millionen Euro). Zu den Produkten gehören Brückenkrane, Kettenzüge und eine Reihe stationärer Industriekrane unter den Marken Harrington, Peerless, Jiangyin, Erikkila, Van Leusden, Kito Weissenfels, SCC und Fall Safe.

Vertikal Kommentar
Dies ist ein interessanter Schritt und schafft ein Mega-Unternehmen auf dem Markt für industrielles Handling und Rigging. Beide Unternehmen sind operativ relativ dezentralisiert und von der Struktur her recht komplex, sodass es schwer vorstellbar ist, wie der Zusammenschluss tatsächlich ablaufen und Synergieeffekte bringen wird. Es werden sich aber sicherlich einige lokale Fusionsmöglichkeiten ergeben, die der Gruppe eine umfangreichere, aber komplementäre Produktpalette bieten.

Es sieht so aus, als ob sich der Abschluss der Transaktion bis weit ins nächste Jahr hineinziehen könnte.

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