Auf rund 7,7 Hektar entsteht im Norden Memmingens ein Klinikneubau mit sechs Etagen, 480 Betten und einer Bruttogeschossfläche von über 75.000 Quadratmetern. Seit Februar 2025 bereits läuft der Rohbau.
Auf der Baustelle prägen sechs Wolff-Krane in ungewohnter Lackierung das Bild – für den Kunden Glass Bauunternehmung in der Unternehmensfarbe Grün lackiert. Neben hoher Umschlagsleistung kam es bei dem Halb-Dutzend-Kraneinsatz vor allem auf eine präzise Standortplanung an, berichtet der Heilbronner Kranhersteller.
Während einer der zwei Wolff 6531.12 Cross für die Baustellenvorbereitung zum Einsatz kam und im Herbst 2025 schon wieder abgebaut worden ist, werden die verbleibenden fünf Turmdrehkrane in ihren durchschnittlich 16 Monaten Einsatzzeit rund 60.000 Kubikmeter Beton und 10.000 Tonnen Bewehrungsstahl bewegen.
Grüner wird‘s nicht: Fünf von sechs „Wölffen“ sind aktuell auf der Memminger Baustelle dafür verantwortlich, 60.000 Kubikmeter Beton und 10.000 Tonnen Stahl umzuschlagen, und zwar bis Ende 2026
Mit Spitzentragfähigkeiten bis zu 3,3 Tonnen (Wolff 6531.12 Cross), maximalen Traglasten bis 16,5 Tonnen (Wolff 7534.16 Clear, ein Exemplar) und Hubgeschwindigkeiten bis zu 185 m/min (ebenfalls Wolff 7534.16) sei das Rudel perfekt für diese „Materialschlacht“ gerüstet, heißt es. Hinzu kommen zwei Cross 6023.8 Clear. Seit Anfang 2025 arbeiten die Krane täglich zwölf Stunden ohne Unterbrechung durch. Sie erreichen Hakenhöhen zwischen 25 und gut 60 Metern und Ausladungen zwischen 55 und 70 Metern.
Der Kranbauer brachte seine statische Expertise bereits in der frühen Planungsphase ein und unterstützte den Kunden bei der Festlegung der Kranstandorte, die sich bei diesem Projekt als statisch anspruchsvoll erwiesen. Die Krane wurden in Zonen platziert, die später als Lichthöfe genutzt werden. Dort verlaufen sogenannte Rigolen, unterirdische Versickerungssysteme für Regenwasser. Zusätzlich befindet sich ein tieferliegender Gebäudeteil mit Hebeanlage unter einem Kranstandort.
„Da in diesen Bereichen keine hohen Drucklasten einwirken dürfen, mussten die Kranfundamente so geplant werden, dass die Kräfte gezielt in tragfähige Ebenen abgeleitet werden. Hakenhöhen und Kranpositionen sind entsprechend so gewählt, dass die zulässigen Ecklasten eingehalten und die Grundbruchsicherheit gewährleistet ist“, erläutert Wolfgang Kavelius vom Vertrieb Deutschland bei Wolffkran. „Gleichzeitig können die fünf Krane trotz überschneidender Arbeitsbereiche reibungslos parallel arbeiten.“
Aus dieser Perspektive kaum zu erkennen, aber die Kranstandorte waren hier ein Knackpunkt: Glass berechnete diese gemeinsam mit Wolffkrans Statik-Team
Die Krane wurden auf Kreuzrahmen mit speziellen Betonfertigteilgewichten gestellt, die Glass im eigenen Betonwerk herstellt. Diese sind so dimensioniert, dass sie im Rückbau einzeln wieder entfernt werden können – teils durch benachbarte Turmdrehkrane, teils mithilfe von Mobilkranen. Dadurch bleibt die Versickerungsfunktion der Rigolen erhalten.
Glass setzt seit 14 Jahren auf Produkte von Wolffkran. Der eigene Fuhrpark umfasst mittlerweile 44 Wolff-Modelle; allein im vergangenen Jahr wurden acht neue „Wölffe“ angeschafft. Aktuell realisiert Glass mit Wolff-Kranen unter anderem auch noch den Ausbau des Fertigungsstandorts des Pharma-Unternehmens Daiichi-Sanyo in Pfaffenhofen und den Bau einer neuen Papiermaschinenanlage für die Firma Fripa in Miltenberg.
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