Kran schluckt Bühne: Der italienische Ladekranhersteller Fassi hat den Hersteller von LKW-Arbeitsbühnen und Brückenuntersichtgeräten Barin übernommen.
Dieser Schritt ist Teil einer neuen Strategie, im Rahmen derer Barin als erster Baustein einer neuen Infrastruktursparte dienen soll. Diese wird Lösungen für die Inspektion von Industrieanlagen und öffentlicher Infrastruktur umfassen. Die Transaktion wurde Ende April abgeschlossen.
Barins Geschäftsführer Pierpaolo Barin, ein Mitglied der zweiten Generation der Familie, verbleibt im Unternehmen und wird es weiterhin leiten. Alle 50 Barin-Mitarbeiter werden in die Fassi-Firmengruppe integriert.
Victor Gottardi von Fassi (l.) mit Pierpaolo Barin
Fassi gibt an, dass diese Akquisition, die nur kurz nach der Übernahme von Fascan in den USA erfolgt, den Umsatz auf rund 500 Millionen Euro und die Mitarbeiterzahl auf 1.800 steigern wird.
Ende 2023 wurde Fassi von der Investindustrial Group mit Sitz in London übernommen. Diese erwarb 70 Prozent der Anteile von der Familie Fassi, die weiterhin 30 Prozent der Anteile hält. Damals hieß es, man wolle „in die Stärkung der globalen Position von Fassi in Nordamerika und Asien sowie in die weitere Expansion in Europa investieren“. Seitdem befindet sich das Unternehmen auf der Suche nach neuen Übernahmekandidaten.
Eine Barin AB230
Barin wurde 1962 von Italo Barin gegründet und hat seinen Sitz in Cittadella, auf halber Strecke zwischen Vicenza und Treviso. Dort verfügt das Unternehmen über eine 23.000 Quadratmeter große Produktionsstätte. Zum Standardproduktportfolio gehören drei große LKW-Arbeitsbühnen mit Arbeitshöhen von 52, 60 und 73 Metern, acht leichte AB-Brückenuntersichtgerät mit Standard-Endplattformen sowie neun ABC-Brückenuntersichtgeräte mit großem Deck. Das Unternehmen bietet außerdem einen kundenspezifischen Entwicklungs- und Fertigungsservice für spezielle Herausforderungen bei der Brückeninspektion.
Ein Brückenuntersichtgerät aus Barins AB-Baureihe
Fassi-CEO Victor Gottardi sagt: „Die Übernahme von Barin ermöglicht uns den Einstieg in ein neues Geschäftsfeld und erweitert unser Produkt- und Lösungsportfolio für den Markt der Infrastruktursicherheit und -instandhaltung um wichtiges Knowhow.“
Pierpaolo Barin fügt hinzu: „Dies ist ein entscheidender Schritt für Barins Wachstum. Durch den Zusammenschluss mit einem so renommierten Unternehmen wie Fassi wollen wir unser Lösungs- und Technologieportfolio weiter ausbauen, um unsere Kunden international optimal zu bedienen.“
Vertikal Kommentar
Barin produzierte einst ein breiteres Spektrum an kleinen bis mittelgroßen LKW-Bühnen, erzielte aber vor allem im Brückeninspektionsmarkt Erfolge, in den das Unternehmen Anfang der 1970er-Jahre einstieg. Besonders erfolgreich war Barin mit einem ABC-Brückenuntersichtgeräte mit Volldeck auf einem 3,5-Tonnen-Fahrgestell. Als eines der wenigen Unternehmen im wachsenden Markt für Brückenuntersichtgeräte hat es sich einen globalen Kundenstamm aufgebaut und einen soliden Ruf für seine Produkte erworben. Seine großen LKW-Bühnen sind weniger bekannt, da sich das Unternehmen eher auf einen spezialisierten Industriemarkt und bekannten Kundenstamm konzentriert als auf den breiteren, volumenstärkeren Markt.
Dies scheint ein guter Schritt für beide Unternehmen zu sein.
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