31.03.2014

150 Jahre Deutz

Die Atmosphärische Gaskraftmaschine, der Viertaktmotor oder die Niederspannungsmagnetzündung – all dies sind technische Innovationen, die die Antriebstechnik revolutioniert haben. Entwickelt wurden diese Zukunftstechnologien bei Deutz in Köln.
Wilhelm Maybach (Quelle: Deutz AG)

Allein wenn man sich die Liste der prominenten Namen vergegenwärtigt, die für Deutz gearbeitet haben, bekommt man als Auto- und Maschinenfan Gänsehaut: Nicolaus August Otto, Eugen Langen, Gottlieb Daimler, Wilhelm Maybach und Ettore Bugatti, um nur einige zu nennen.
Nicolaus August Otto (l.) und Eugen Langen legten 1864 den Grundstein für die Firma Deutz

Die Geschichte von Deutz beginnt am 31. März 1864 mit der Firmengründung der „N.A. Otto & Cie.“ in Köln, dem Ursprung der heutigen Deutz AG. In einer Zeit, in der eine große Begeisterung für Technik und Mobilität einsetzt, beschließen der Kölner Kaufmann Nicolaus August Otto und der Ingenieur Eugen Langen, eine Idee lebendig werden zu lassen.

Ihre Vision: eine Maschine zum Antrieb von Fahrzeugen und für den Einsatz in Industriebetrieben. Gemeinsam gründen die beiden Visionäre in der Kölner Servasgasse in der Nähe des Hauptbahnhofs die erste Motorenfabrik der Welt. Als die beiden mit ihrer Firma an den Start gingen, konnten sie nicht ahnen, dass es ihnen gelingen sollte, von Köln aus die Motorisierung der Welt in Gang zu setzen.
Die Atmosphärische Gaskraftmaschine (Quelle: Deutz AG)

Ab 1897 baut die „Gasmotoren-Fabrik Deutz“ stationäre Dieselmotoren. Die Fertigstellung der ersten Grubenlokomotive der Welt lässt nicht lange auf sich warten. Ab 1907 nimmt das Unternehmen die serienmäßige Produktion von Dieselmotoren auf, und bald darauf startet der Versuch einer Serienfertigung von Automobilen. Das bekannteste unter ihnen ist zweifellos das Deutz Automobil aus dem Jahr 1909, konstruiert von Ettore Bugatti.
Montage der Otto-Motoren um 1900 (Quelle: Deutz AG)

1926 wird der erste Dieselschlepper gebaut und die Agrartechnik wird für lange Zeit zu einem der wichtigsten Standbeine der Firma. In der Weimarer Republik verantwortet Aufsichtsrat Peter Klöckner die Fusion der Gasmotoren-Fabrik Deutz, der Motorenfabrik Oberursel AG und der Humboldt AG.
Gottlieb Daimler (Quelle: Deutz AG)


Veränderungen in den 1930er Jahren
Ab Mitte der 1930er Jahre zeichnen sich große Veränderungen bei der Humboldt-Deutzmotoren AG ab: Zunehmend verlagert sich der Motorenbau von stationären Anwendungsgebieten hin zum mobilen Einsatz in Fahrzeugen. Im Jahr 1936 erfolgt die Übernahme der Lastwagenfabrik C. D. Magirus aus Ulm, die neben Lastwagen auch Omnibusse und Feuerwehrspezialfahrzeuge fertigt. Magirus-Deutz wird in den folgenden Jahrzehnten ein bekannter Markenname für Nutzfahrzeuge.

Ende der 30er Jahre fusionieren die Klöckner-Werke mit der Humboldt-Deutzmotoren AG unter einem neuen Namen: „Klöckner-Humboldt-Deutz AG“ (KHD). Bis in die 1990er Jahre baut KHD über vier Millionen luftgekühlte Dieselmotoren, liefert 10.000 LKWs an die damalige Sowjetunion zum Bau der Baikal-Amur-Magistrale durch Sibirien und beteiligt sich am Bau des „Orbiter Transporter“ für die NASA. Der öl-/luftgekühlte Motor der Baureihe 1011 wird zu einem der meistverkauften Industriemotoren seiner Klasse.

1985 übernimmt KHD die Motorenwerke Mannheim AG (MWM) und konzentriert das Geschäft mit Mittel- und Großmotoren künftig unter der Marke Deutz MWM am Standort Mannheim.
Deutz, Motor Nr. 10 (Quelle: Deutz AG)

1991 wird in Köln-Porz der Startschuss für die größte Einzelinvestition in der Geschichte des Traditionsunternehmens gegeben: 600 Millionen D-Mark werden an den Kölner Standorten Porz, Deutz und Kalk in eine neue Motorenproduktion investiert. Just-in-time-Logistik, Kombination von Fließ- und Standmontage sowie eine verschlankte Produktionsorganisation sollen die Dieselmotorenfabrikation in Köln zu einer der modernsten weltweit machen. Am 2. Juni 1993 wird rund 20 Minuten vom Gründungsort in der Servasgasse entfernt die neue Motorenfabrik offiziell eröffnet.
Schau mir ins Maul, Kleines: Die sogenannte Alligatorschnauze, ein Magirus-Deutz-Bus O 3500 mit 90-PS starkem, luftgekühltem Motor, 1951 (Quelle: Deutz AG)

Vor 17 Jahren, im Jahr 1997, wird aus KHD die Deutz AG. Erste Joint-Ventures kommen um die Jahrtausendwende hinzu, Deutz globalisiert sich. Vor wenigen Jahren erst ist in China zusammen mit einem Partner eine Produktionsstätte für Dieselmotoren mit 2.000 Mitarbeitern und 100.000 jährlich gefertigten Motoren enstanden, die zweitgrößte Produktionsstätte des Unternehmens nach Köln.
Erster luftgekühlter Deutz-Dieselmotor von 1944 (Quelle: Deutz AG)

Seit 1998 kooperiert der Motorenhersteller zudem mit dem schwedischen Lastkraftwagen- und Baumaschinenhersteller AB Volvo, der gleichzeitig größter Kunde und Entwicklungspartner ist. Im September 2012 hat AB Volvo zudem seine Beteiligung an der Deutz AG auf knapp über 25 Prozent erhöht.
Heute erinnert ein Denkmal auf dem Bahnhofsvorplatz in Köln-Deutz an die beiden Firmengründer N.A. Otto und Eugen Langen (Quelle: Deutz AG)

2013 gründen Deutz und die Volvo eine Produktionsgesellschaft für mittelschwere Motoren in China, deren Produktionsstart für Ende 2015 geplant ist. Damit soll der asiatische Motorenbedarf der AB-Volvo-Gruppe und anderer Kunden im Baumaschinenbereich bedient werden.

Das Traditionsunternehmen beschäftigt heute rund 4.000 Mitarbeiter und ist in mehr als 130 Ländern vertreten. Wenn das die Firmengründer gewusst hätten...
So sieht der Standort Köln-Porz im Jahr 2014 aus (Quelle: Deutz AG)

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