21.01.2020

In den See geplumpst

Spektakulärer Unfall: Am Mittwochmorgen ist ein Fahrzeugkran zusammen mit einer Trafostation von einer Barge in den Vierwaldstätter See gekippt. Wie es dazu kommen konnte, ist unklar. Verletzt wurde niemand; der Kranfahrer konnte sich rechtzeitig aus der Kabine aufs Schiff retten. Drei weitere Beteiligte retteten sich durch einen Sprung in den eiskalten See. Sie schafften es schwimmend ans Ufer zurück.

Dem Polizeibericht zufolge sollte der Kran den Trafo aufs Schiff verladen – hat sich aber offensichtlich dabei „verhoben“, denn beide – Kran und Trafo – sind anschließend in den See gekippt und untergegangen. Wegen auslaufender Flüssigkeiten hatte die Feuerwehr eine Ölsperre errichtet. Ersten Erkenntnissen der Polizei zufolge hieß es, der Mobilkran und die Trafostation würden sich in rund 30 Meter Wassertiefe befinden.
Die untergegangene Trafostation (Bild: Kantonspolizei Nidwalden)

Eine Reihe von Spezialisten des kantonalen Amts für Umwelt, der Wasserpolizei und weitere Bergungskräfte eruieren mit der Kantonspolizei Nidwalden, wie der 60 Tonnen schwere Kran aus dem See geholt werden kann. Dies könne Tage oder gar Wochen, dauern, hieß es zunächst seitens der Polizei.

Damit nicht noch weitere Flüssigkeiten aus dem havarierten Kran auslaufen, saugen Taucher zusammen mit anderen Spezialisten den Inhalt der Tanks ab. Denn bei einer Bergung könnte der Kran beschädigt werden, könnten Treibstoffbehälter undicht werden oder aufbrechen. Zumal die Lage des Krans unter Wasser auch nicht gerade optimal ist: Er liegt an einer Stelle, wo der Boden im See steil abfällt – bis auf 170 Meter Tiefe. Damit er nicht verrutscht und dann eventuell gar nicht mehr geborgen werden kann, ist der Kran mit Stahlseilen am Ufer gesichert worden.
Von diesem Schiff aus ist der Kran in den See gekippt (Bild: Kantonspolizei Nidwalden)

Spannend dürfte die Klärung der Schuldfrage werden. Wer ist verantwortlich für den Unfall? Wer trägt die Kosten der aufwändigen Bergungsaktion? Das muss die Staatsanwaltschaft herausfinden. Doch erst einmal dürfte sich die Bergung noch einige Tage hinziehen und die Einsatzkräfte vor Ort beschäftigen.

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