04.06.2020

Aus der Weimarer Republik

Lang, lang ist‘s her: Die Nord-Süd-Stromtrasse, die über die Schwäbische Alb verläuft, ist eine der ältesten Höchstspannungsleitungen Deutschlands. Sie stammt aus den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts. Amprion, einer der vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber, verstärkt und modernisiert diese Höchstspannungsleitung von Reutlingen-Rommelsbach nach Herbertingen. Nach über 90 – fast 100 – Jahren haben die Freileitungsmasten aus der Zeit der Weimarer Republik ausgedient...

Um die Energiewende Wirklichkeit werden zu lassen, müssen die vielen Netzausbau-Projekte in Deutschland zügig umgesetzt werden. In diesem Zusammenhang werden die Strommasten ausgetauscht. Künftig sollen dort zwei 380-Kilovolt-Stromkreise über die Masten laufen anstatt wie bisher ein 380- und ein 220-Kilovolt-Stromkreis. Rund 61 Kilometer lang ist die Freileitungsverbindung auf der Alb. Der Austausch findet zum Großteil in der vorhandenen Trasse statt.
61 Kilometer Trasse werden erneuert

Bei diesem Projekt ersetzen insgesamt 181 neue Masten 216 der bisher 220 alten Strommasten. Für den Denkmalschutz sollen vier historische Maste aus dem Jahr 1928 in der Gemeinde Eningen unter Achalm als Industriedenkmal erhalten bleiben.

Die Bauarbeiten, die bereits im November 2018 angelaufen sind, dauern rund zweieinhalb Jahre. Dann kann der Strom, der zum Beispiel in den Offshore-Windparks im Norden Deutschlands produziert wird, besser in den Süden transportiert werden. Zudem bringt die Verstärkung auch Vorteile für die regionale Versorgungssicherheit mit sich, heißt es.
Mittlerweile sind eine ganze Reihe verschiedener Krane auf der Baustelle im Einsatz

Von Anfang an mit dabei sind Mobilkrane der Firma Scholpp mit Traglasten zwischen 70 und 220 Tonnen. Während die größeren Krane wie die Modelle Tadano ATF 220G-5 und Demag AC 220-5 zur Montage und zur Demontage der Masten verwendet werden, unterstützen die kleineren Modelle Tadano ATF 70G-4, und Liebherr LTM 1070-4.2, LTM 1090-4.2, LTM 1100-4.2 sowie LTM 1130-5.1 bei Bedarf als Hilfskrane.

Bei diesem Großprojekt werden insgesamt 11.000 Tonnen Stahl, tausende Tonnen Fundament-Beton und über 1.500 Kilometer Aluminium-Leiterseil verbaut. Im Frühjahr 2021 soll das Projekt abgeschlossen werden. Bis dahin werden noch viele Kranbewegungen vonnöten sein.
Rechts die sichtlich alten Masten, links werden die neuen hochgezogen

Montage der Masten aus der Nähe

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