03.08.2020

Genie-Umsatz stürzt ab

Der US-Konzern Terex hat seine Halbjahreszahlen veröffentlicht. Sie zeigen vor allem eines: einen heftigen Umsatzrückgang. Terex, einst mit hochfliegenden Plänen, besteht jetzt nur noch aus zwei Unternehmensbereichen, zum einen AWP (Aerial Work Platforms), sprich Genie, zu dem auch Terex Utilities und Terex Service gehören, und zum anderen Materialverarbeitung, zu dem auch der Rumpf des Krangeschäfts gehört: Turmdrehkrane, Geländekrane und die Franna Pick & Carry-Krane.

Genie/ Terex AWP
Im ersten Halbjahr schmolzen die Umsätze bei Genie um 58 Prozent auf 935,6 Millionen Dollar zusammen, was fast ausschließlich auf die anhaltende Pandemie zurückzuführen ist. Dabei erwirtschaftete das Unternehmen einen Verlust von 10,9 Millionen Dollar, verglichen mit einem Gewinn von 145,9 Millionen Dollar im letzten Jahr. Der Auftragsbestand betrug Ende Juni 509 Millionen Dollar gegenüber 746 Millionen zu diesem Zeitpunkt im Vorjahr.

Im zweiten Quartal, das vollständig von der Pandemie betroffen war, gingen die Umsätze nur um 52,5 Prozent auf 413,9 Millionen Dollar zurück, was vielleicht auf einen leichten Anstieg im Juni zurückzuführen ist, während der Betriebsverlust fünf Millionen Dollar betrug, verglichen mit einem Gewinn von 86,3 Millionen US-Dollar im Vorjahresquartal.

Materialbearbeitung/Kräne
Es ist nicht mehr möglich, die Kranverkäufe aus den Zahlen abzulesen, aber der Geschäftsbereich Materialverarbeitung war nicht ganz so stark betroffen wie die Bühnensparte. Der Umsatzrückgang im ersten Halbjahr lag bei 31,5 Prozent mit 579,2 Millionen Dollar. Der Betriebsgewinn notiert bei 48,4 Millionen Dollar, das sind satte 62 Prozent unter dem Wert des Vorjahres. Im zweiten Quartal ging der Umsatz um 39 Prozent auf 253,6 Millionen Dollar zurück, während der Betriebsgewinn mit 23,4 Millionen Dollar um 64,5 Prozent unter dem des Vorjahres liegt.

Terex als Ganzes erzielte in den sechs Monaten einen Gesamtumsatz von 1,52 Milliarden Dollar und fuhr dabei einen Vorsteuerverlust von 31,7 Millionen Dollar ein, verglichen mit einem Vorsteuergewinn von 177,1 Millionen Dollar im Vorjahr.

Terex-CEO John Garrison sagt: „Wir befolgen weiterhin wachsam die notwendigen Covid-19-Sicherheitsprotokolle, um die Gesundheit und Sicherheit unserer Teammitglieder und ihrer Familien zu schützen und gleichzeitig unsere Kunden sicher zu bedienen. Während die Corona-Pandemie andauert, hat sich die globale Wirtschaftstätigkeit allmählich erholt, bleibt aber unter dem Niveau von davor. Als Reaktion auf die geringere Kundennachfrage passen wir unsere Produktionspläne entsprechend an. Die Produktion von Hubarbeitsbühnen haben wir als Reaktion auf geringere Kundenbuchungen in Nordamerika und Europa rasch reduziert, doch in China ist die kommerzielle Nachfrage zurückgekehrt. Darüber hinaus ist das Team für Utilities in ein neues, hochmodernes Werk umgezogen, die die Produktionseffizienz verbessern und künftiges Wachstum ermöglichen wird“, so der Konzernlenker.

Und so resümiert Garrison: „Während die wirtschaftlichen Aussichten weiterhin unsicher sind, ist Terex zuversichtlich, dass das Unternehmen durch eine der Kundennachfrage entsprechende Produktion und ein aggressives Kostenmanagement diese herausfordernden Zeiten erfolgreich meistern wird.“

Vertikal Kommentar

Auch wenn diese Rückgänge stark ausfallen, sind sie nicht völlig überraschend. Denn wir sehen und hören dies von anderen Herstellern selbstfahrender Hubarbeitsbühnen, von denen die meisten einen Umsatzrückgang von 50 bis 60 Prozent melden, teilweise aufgrund von Investitionsstopps und teilweise aufgrund von Werksschließungen, die die Lieferungen unterbrechen.

Es gibt einige zaghafte Anzeichen dafür, dass der Markt anfängt, sich ein wenig, ganz sachte zu erholen, und da viele Vermieter wesentlich besser abgeschnitten haben als die Hersteller, könnte es gut sein, dass sich der Markt für Arbeitsbühnen im vierten Quartal oder Anfang 2021 recht schnell wieder erholt, wer weiß?

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