21.09.2021

Spektakuläre Bergung

Große Erleichterung – und zwar in jeder Hinsicht: sowohl für die Beteiligten wie auch für das einsturzgefährdete Brückenbauwerk. Was war passiert? Auf der Salzbachtalbrücke an der A66 in Wiesbaden ist ein Brückenuntersichtgerät des Herstellers Moog aus der Flotte des osthessischen Vermieters Wemo-Tec in Sicherheit gebracht worden. Es wurde mit einem großen Mobilkran der Firma Eisele von der Brücke gehoben, nachdem es monatelang dort verharren musste und zum Nichtstun verdammt war.

Ursprünglich war es natürlich zur Inspektion der Brückenunterseite gedacht. Doch das Bauwerk musste komplett gesperrt werden, nachdem im Juni Risse an der Konstruktion entdeckt worden waren und ein Brückenlager an einem der Pfeiler der Südbrücke zusammengebrochen ist. Das hieß: Das Fahrzeug mit seinem Gewicht von 32 Tonnen war auf einmal zu schwer für die Brücke, auf der es stand.
Das Gelände unter der Brücke musste aufwändig vorbereitet werden (Bild: Autobahn AG)

Lange war unklar, wie es weitergeht. Das Brückenuntersichtgerät stand nur rum. Schließlich stand sogar im Raum, das Fahrzeug auf der Brücke zu belassen, wenn diese gesprengt wird. Das wären rund 700.000 Euro, wortwörtlich in die Luft gejagt.
Monatelang vorbereitet, binnen Minuten vollzogen: der eigentliche Hub (Bild: Eisele AG)

Das Moog-Gerät schwebt scheinbar durch die Luft (Bild: Autobahn AG)

Am Mittwoch endlich wurde das Fahrzeug, laut Wemo-Tec-Chef Joachim Niessner „unser neustes Gerät“, von einem 300-Tonnen-Kran heruntergehoben. Vollkommen unbeschädigt. „Das Gerät haben wir erst Ostern in Betrieb genommen“, sagte er gegenüber dem Hessischen Rundfunk. Und Ulrich Neuroth, Direktor Niederlassung West der Autobahn GmbH, fügt hinzu: „Wir sind froh, dass die Bergung des Fahrzeugs noch vor der geplanten Sprengung abgeschlossen wurde.“ In der Woche zuvor waren zunächst umfangreiche Sicherungsarbeiten zur Stabilisierung der Brücke durchgeführt worden.
Das Gerät wird binnen weniger Minuten von der Salzbachtalbrücke gehoben (Bild: Autobahn AG)

Nun können die Arbeiten unterhalb der Brücke fortgesetzt werden. Dort müssen beispielsweise die Bundesstraße, Bahngleise, ein Klärwerk und der namengebende Salzbach gesichert werden, bevor die Sprengung eingeleitet werden kann. Dies dürfte im November der Fall sein.
Große Erleichterung bei den Beteiligten (Bild: Wemo-Tec)

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