03.03.2022

Liebherr und die Ukraine

Die Firmengruppe Liebherr hat am Donnerstagvormittag ein Statement „Zur aktuellen Situation in der Ukraine“ – so der Titel – auf seiner Webseite veröffentlicht.

„Wir alle bei Liebherr teilen die Sorge um die Sicherheit der Menschen in den betroffenen Gebieten und über die humanitären Folgen des Krieges. Wir hoffen auf eine möglichst sofortige Deeskalation und Beendigung des Krieges“, schickt der Konzern voraus.

Weiter heißt es: „Die Firmengruppe Liebherr steht hinter den gegenüber Russland verhängten Sanktionen. Zur Zeit sind wir dabei, die umfangreichen Sanktionsmaßnahmen umzusetzen. Dies wird auch entsprechende Auswirkungen auf das Geschäft von Liebherr in Russland haben. Für konkrete Aussagen über deren Ausmaß ist es jedoch zu früh, da sich die Situation sehr dynamisch gestaltet. Eine abschließende Bewertung kann daher zum jetzigen Zeitpunkt nicht vorgenommen werden.“

Unterstützung für die Ukraine: „Die Dachgesellschaft der Firmengruppe Liebherr spendet an das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) und an das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR), um das Engagement der beiden Organisationen für die Menschen im Kriegsgebiet und auf der Flucht zu unterstützen“, heißt es abschließend. Um welche Summen es sich handelt, wurde nicht mitgeteilt.


Vertikal Kommentar

Diese Erklärung ist sicherlich nicht leichtfertig abgegeben worden. Liebherr ist seit 1965 ein bedeutender Investor in Russland, und heute ist Russland einer der größten Absatzmärkte des Unternehmens. Der Firmengründer Hans Liebherr betonte immer wieder seine enge Verbundenheit mit Russland und seinen Völkern und war einer der ersten deutschen Unternehmer, der nach dem Zweiten Weltkrieg Beziehungen zur damaligen Sowjetunion aufnahm.

Heute betreibt Liebherr zwei große Produktionsstätten in Dserschinsk (Region Nischni Nowgorod), von denen eine Erdbewegungsmaschinen und -komponenten herstellt, während die andere zur Luft- und Raumfahrtsparte des Unternehmens gehört. Darüber hinaus verfügt das Unternehmen über eine in Moskau ansässige Vertriebs- und Servicegesellschaft, Liebherr-Russland OOO, die an 30 Standorten in allen russischen Regionen mit insgesamt rund 1.250 Mitarbeitern tätig ist.

Wir schließen uns den in dieser Erklärung geäußerten Ansichten an und hoffen auf ein schnelles Ende dieses tragischen Krieges, der niemandem nützt.

Kommentare

Construction_Influencer
Ein extrem schwieriger Schritt für alle international aufgestellten Unternehmen. Jedoch sollte jedes Unternehmen sich KLAR gegen das russische Regime stellen und somit sämtliche Einnahmequellen des russischen Staates - auch in Form von Steuern - verhindern. Am Besten über die Sanktionen hinaus! Wer klar im Fokus stehen muss, das ist China! Russland wird seine Technik vermehrt aus China holen. Auch ein Hersteller wie Liebherr muss VOLL auf China setzen! Weit mehr als heute. Komponenten zu fertigen, das reicht nicht aus. China als Produzent, als Absatzmarkt und als Land mit Kooperation anderer Hersteller. Selbst der Tabubruch Liebherr's keine Firmen kaufen zu wollen, sollte in einer modernen Zeit unbedingt überdacht werden.

08.03.2022
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