21.04.2022

Einsatz am Baggersee

Im Rahmen der Erweiterung eines Kieswerks im hessischen Babenhausen wurde ein großer Ponton auf einen Baggersee gesetzt. Das Kran- und Schwerlastunternehmen Riga Mainz war mit diesem Auftrag betraut worden. Die Mainzer Kranexperten schickten ihren derzeit größten Mobilkran, einen Liebherr LTM 1650-8.1, zu dem Einsatz rund 30 Kilometer südöstlich von Frankfurt am Main.
Bei 25 Meter Ausladung setzt der Mobilkran den 70 Tonnen schweren Schwimmkörper auf die Wasseroberfläche. Der Radius des Drehbühnenballasts ist dabei auf sein Maximum ausgefahren.

Bereits im Dezember vergangenen Jahres hatte der Mobilkran den Schwimmkörper schon einmal am Haken. Einige Kilometer vom jetzigen Standort entfernt wurde er damals aus einem ausgebeuteten See gehoben.

Beim Einsetzen des Pontons Ende März hatte Kranfahrer Werner Gebel seinen modernen 8-Achser parallel zur Last und heckseitig zum See aufgebaut. „Über Heck liefert mir der Kran natürlich sehr hohe Traglastwerte. Vor allem, wenn ich bei voller Kranabstützung das Vario-Base-Programm fahre“, erklärt Gebel. In diesem Modus errechnet die Kransteuerung für jede Auslegerstellung die mögliche Traglast. Die größten Werte werden über die Heckabstützungen erzielt.
Über Seilrollen und mit unterschiedlich langen Anschlagmitteln wird der asymmetrischen Gewichtsverteilung der Last entgegengewirkt. Komplizierte Berechnungen im Vorfeld waren hierfür erforderlich.

In Babenhausen musste der Mobilkran rund 70 Tonnen Bruttolast bei einer Ausladung von 25 Metern ins Wasser setzen. Für diesen Hub war der LTM 1650-8.1 mit vollem Drehbühnenballast von 155 Tonnen ausgestattet worden. Um den Ponton komplett über die Wasserfläche heben zu können, war der hydraulisch verstellbare Ballastradius von 7,40 Meter bei Lastaufnahme auf die maximale Distanz von 8,40 Meter gesteigert worden. In den kommenden Wochen wird ein großer Kiesbagger auf die stählerne Plattform montiert werden.
Kranfahrer Werner Gebel: „Bei Hüben über das Heck liefert mir der Kran extrem große Traglastwerte.“

„Für das Anhängen der großen Last mussten wir aufgrund der deutlich dezentralen Schwerpunktlage mit Seilrollen und unterschiedlich lange Anschlagmitteln arbeiten“, erläutert Riga-Mainz-Geschäftsführer Uwe Langer, der den Kraneinsatz am Baggersee geplant hatte. „Zuvor mussten wir jedoch über die Materialstärken des Schwimmteils den Lastfall für die Hübe ermitteln, da keine genauen Angaben über das Gewicht des Pontons verfügbar waren. Damit konnten wir anschließend unser Anschlagskonzept entwickeln. Zudem musste aufgrund der Nähe der Kranstellfläche zur Böschungskante der Untergrund geologisch untersucht werden. Hier musste sichergestellt sein, dass die Bodenpressungen unter den Lastverteilermatten keinen Erdbruch verursachen können.“

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