20.08.2026

Boom kippt um: Zwei Tote

Zwei Männer kamen am Mittwoch in Portugal ums Leben, als die Hubarbeitsbühne, von der aus sie arbeiteten, nach hinten kippte und sie aus dem Arbeitskorb schleuderte.
Bild: RTP

Der Vorfall ereignete sich in Sintra, wenige Kilometer westlich von Lissabon. Die beiden Männer – 38 und 40 Jahre alt und aus Brasilien stammend – waren gerade dabei, die Fassade eines mehrstöckigen Wohnblocks neu zu streichen. Sie arbeiteten in einer Höhe von etwa 16 bis 18 Metern im Korb einer älteren JLG 80HX. Das 22-Meter-Modell scheint aus dem Produktionszeitraum zwischen 1988 und Mitte der 90er Jahre zu stammen. Nach vorliegenden Informationen gehört die Bühne dem Sanierungsunternehmen Atb-Reabilitações de Edifícios.


Die Arbeitsbühne war auf einer öffentlichen Straße aufgestellt. Zzur Absperrung gegenüber Fußgängern oder dem Verkehr dienten lediglich einige wenige, weit auseinanderstehende kleine Leitkegel. Der Boomlift kippte nach hinten um, wobei der Ausleger auf ein kleines Gebäude stürzte und einknickte. Der Korbboden kam schließlich in einer Höhe von etwa drei Metern über dem Boden zum Stillstand. Es ist davon auszugehen, dass keiner der Männer eine PSA trug.

Was die Unfallursache betrifft: Es hat den Anschein, als seien die Teleskopachsen dieses Modells nicht ausgefahren gewesen. Dadurch war die Standsicherheit in bestimmten Positionen – insbesondere beim Schwenken zur Seite – nicht voll gewährleistet. Selbst frühe Modelle waren bereits mit Mikroschaltern ausgestattet, die die Teleskop- und Hubfunktionen des Auslegers ab einem bestimmten Punkt unterbrachen. Allerdings ließen sich solche Schalter im Vergleich zu modernen Arbeitsbühnen relativ leicht außer Kraft setzen.

Sicherheitsbehörden und die Arbeitsaufsichtsbehörde ACT trafen kurz darauf am Unfallort ein und untersuchen nun die Umstände des Unfalls, der den Rettungskräften am Morgen gegen 8.00 Uhr gemeldet worden war.

Auch der Bürgermeister von Sintra, Marco Almeida, besuchte am Morgen die Unfallstelle und erklärte: „Die Stadtverwaltung prüft derzeit das Genehmigungsverfahren für dieses Projekt, da es den öffentlichen Raum betrifft und zwingend eine behördliche Genehmigung erfordert. Ich möchte mich nicht voreilig zu Fragen der Verantwortlichkeit äußern; das ist nicht meine Aufgabe. Ich habe mit dem Bauherrn und dem Auftragnehmer gesprochen, möchte aber vor allem den Familien mein Beileid aussprechen und allen Einsatzkräften vor Ort danken.“

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