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16.02.2017

Strom, Wärme & Skipiste – dank Müll

Mach Gold aus Müll? Nicht ganz. Aber so in die Richtung. In einem weltweit einzigartigen Ansatz, das Müllaufkommen und die Nutzung fossiler Energiequellen zu reduzieren baut das Amager Ressource Centre (ARC) – ein Gemeinschaftsunternehmen fünf dänischer Kommunen – ein hochmodernes Müllverbrennungskraftwerk in Kopenhagen, die „Amager Bakke“. Dieses imposante Bauwerk nach den Entwürfen des renommierten dänischen Architekten Bjarke Ingels wird die uralte (fast ein halbes Jahrhundert) Vorgängeranlage ersetzen, deren Abriss bereits beschlossene Sache ist.
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Die neue Müllverbrennungsanlage Amager Bakke


Bei der Eröffnung in diesem Jahr soll die Hightech-Anlage in der Lage sein, das Müllaufkommen der dänischen Millionenmetropole von jährlich rund 400.000 Tonnen in Strom und Wärme für über 170.000 Haushalte umzuwandeln. Außer für die Verwandlung von „Abfall in Gold“ wird die Anlage auch zur Freizeitgestaltung genutzt – eine 85 Meter hohe Skipiste soll vom Dach in einer Serpentine nach unten führen. Weißes Gold sozusagen.
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Man kann es vielleicht erahnen: Vom höchsten Punkt des Daches soll man auf Skiern bis nach unten fahren


Auf den ersten Blick jedoch fällt die beeindruckende Aluminium-Kassettenstruktur mit Fensteroptik ins Auge, die die gesamten 26.000 Quadratmeter Außenfläche des Gebäudes bekleidet: Für die Konstruktion, die Herstellung und schließlich die Installation dieser Fassade zeichnet das tschechische Spezialunternehmen Sipral verantwortlich. Dabei setzte Sipral drei Genie-Arbeitsbühnen ein.

Beeindruckend auch: die enorme Größe der Anlage, das außergewöhnliche Design sowie die aufwändige Montage der Fassade. Michal Prokop von Sipral berichtet: „Wir haben uns an Kranpunkten gewandt, ein führendes Vermietunternehmen in Skandinavien, das über eine breite Palette an Zugangstechnik verfügt, einen herausragenden Service bietet und besonderen Wert auf Sicherheit legt.“
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Die beiden Genie-Gelenkteleskope Z-135/70


Die Empfehlung der Experten lautete, die folgenden drei Bühnen einzusetzen: einen Superboom SX-180 mit einer Arbeitshöhe von 57 Metern und einer seitlichen Reichweite von 24,4 Metern sowie zwei Genie Z-135/70 Gelenkteleskope mit einer Arbeitshöhe von 43 Metern, einer seitlichen Reichweite von 18 Metern und einer übergreifenden Höhe von sage und schreibe 23 Metern.
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Superboom am Megaprojekt: Kran und Bühne im Einsatz


Im Inneren der Anlage waren bereits mächtige Behälter und zahllose lange Rohrleitungen verbaut worden. Daher musste Sipral die Fassadenkomponenten von außen am Gebäude anbringen. „Schon die einzigartige Architektur dieses Gebäudes ist eine Herausforderung. Keine Wand ist völlig gerade, und die Neigung des Daches variiert zwischen 14 und 20 Grad. Da wir auf der Außenseite arbeiten mussten, kamen noch die Wetterbedingungen hinzu, die in Dänemark vor allem im Winter recht ungemütlich und stürmisch sein können,“ berichtet Michal Prokop. Doch damit nicht genug: Nach zwei Dritteln Projektfortschritt mussten er und seine Kollegen feststellen, dass zur Fertigstellung der Fassade nur noch acht Monate blieben.
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Die Mastkletterbühnen stellte der dänische Scanclimber-Partner Platform AS bereit


Darum setzte Sipral auf ein Triumvirat an Höhenzugangslösungen: Neben dem Genie-Trio kamen sechs Mastkletterbühnen (Scanclimber SC6000 mit 5,6 Tonnen Traglast und bis zu 86 Meter Aufbauhöhe) und zwei eigens gefertigten Schienenhubsysteme zum Einsatz. Eine einzigartige Kombination.

Vom Boden und vom Dach aus wurden die Maschinen für den Hub, das Absenken und das Anbringen der jeweils 1,5 Tonnen schweren Elemente eingesetzt, aus denen der innere Teil der Fassade zur Wärme- und Schalldämmung sowie zur Wasserabdichtung besteht. Anschließend folgte die zweite und abschließende Phase dieses Prozesses: 3.250 Aluminium-„Kassetten“ mit einem Gewicht von jeweils 80 Kilogramm mussten zur Herstellung der dekorativen Außenfassade positioniert und montiert werden.
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Heile Welt: So soll die fertige Anlage funkeln


„Amager Bakke ist ein äußerst komplexes und großes Bauwerk“, erläutert Michal Prokop. „Die Genie-Arbeitsbühnen waren Erfolgsgarant dafür, dass unser Team an allen Seiten und Winkeln der Fassade einen einfachen Zugang für hochpräzise Positionierung erhielt ebenso wie die für ein sicheres Arbeiten erforderliche Stabilität. Selbst bei schwierigeren Windverhältnissen kamen wir gleichmäßig und zügig voran.“ Ein Jahr währte der Dauereinsatz auf der Baustelle. Im Sommer 2017 rückt Sipral wieder an, wenn die Zufahrtsrampe der Anlage gebaut wird.


Die Müllverbrennungsanlage Amager Bakke
Beeindruckende Abmessungen des Gebäudes: Länge 200 Meter, Breite 70 Meter, Höhe inklusive Schornstein 124 Meter. Die Anlage versorgt mindestens 50.000 Haushalte mit Strom und 120.000 Haushalte mit Fernwärme. Sie nutzt über 100 Prozent des Energiegehalts der Brennstoffe, hat einen elektrischen Wirkungsgrad von 28 Prozent und senkt im Vergleich zur Vorgängeranlage die Schwefelemissionen um 99,5 Prozent sowie die Stickstoffemissionen auf ein Zehntel.

70 Tonnen Müll pro Stunde soll das Kraftwerk des Amager Resource Center thermisch verwerten (neudeutsch für: verbrennen). Zum Gebäude gehört eine öffentlich zugängliche künstliche Skipiste, die mit Startpunkt in 85 Metern Höhe auf dem Hauptgebäude über die gesamte Dachfläche bis hin zum Boden verläuft. Der Betrieb soll noch diesen Sommer starten.

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Hier wird die Fassade montiert



Über Sipral
Sipral wurde 1991 in Prag gegründet und ist in ganz Europa tätig. Spezialgebiete sind insbesondere innovative Bautechnologien mit Schwerpunkt auf Glasstrukturelementen etwa für verglaste Außenfassaden oder für Konstruktionen im Gebäudeinneren. Sipral hat in seiner über 25-jährigen Firmengeschichte mehr als 300 Projekte abgeschlossen, die zum Teil in enger Zusammenarbeit mit Stararchitekten wie Ricardo Bofill, Frank O. Gehry, Eva Jiřičná, Jan Kaplický, Jean Le Lay und Richard Meier durchgeführt wurden.

Über Kranpunkten
Kranpunkten mit seiner Zentrale im schwedischen Förslöv und sechs Niederlassungen in ganz Schweden verfügt über eine Flotte von rund 2.600 Maschinen.

Scanclimber hat den Einsatz in einem Filmchen festgehalten:

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