04.02.2026

Klubb von Insolvenz bedroht

Gerüchte kursieren seit Kurzem, nun ist es offiziell: Der französische Spezialist für Kastenwagenaufbauten, LKW-Bühnen und Konsorten Klubb ist von Insolvenz bedroht.

Die Klubb-Firmengruppe und ihre Tochtergesellschaften Klubb France, Klubb Sarl und Klubb Engineering wurden in ein gerichtliches Sanierungsverfahren zur Durchführung einer Finanzrestrukturierung im Rahmen ihrer Fortführungstätigkeit aufgenommen.

Auf Antrag der Klubb-Gruppe und ihrer drei Tochtergesellschaften ordnete das Handelsgericht Bobigny am 3. Februar 2026 die Eröffnung eines gerichtlichen Sanierungsverfahrens („redressement judiciaire“) an, das auf diese vier Konzerngesellschaften beschränkt ist. Die übrigen Unternehmen der Firmengruppe sind nicht betroffen.

Dieses Verfahren soll die Gespräche zur Umsetzung einer Restrukturierung der Verbindlichkeiten des Konzerns erleichtern und seine Finanzstruktur nachhaltig stärken. Ein solches Verfahren dauert in der Regel 12 bis 18 Monate. Es ähnelt dem US-amerikanischen Chapter 11.

Das Unternehmen berichtet derzeit von einem beispiellosen Auftragsbestand und einer starken Geschäftsdynamik sowohl in Frankreich als auch international. „Nach mehreren Jahren Inflation, veränderten Nachfragemustern und erheblichen Spannungen in den industriellen Lieferketten haben sich die bereits eingeleiteten und fortgesetzten Reorganisationsmaßnahmen als notwendig erwiesen, um das Wachstum zu stützen“, lässt das Unternehmen verlauten.

Der Geschäftsbetrieb der Firmengruppe laufe unterdessen „normal“ weiter. Das Management betont, es wolle die Arbeitsplätze erhalten, die Wettbewerbsfähigkeit der Gruppe durch „einen kontinuierlichen Leistungsverbesserungsplan“ stärken und die Voraussetzungen für eine nachhaltige, langfristige Entwicklung schaffen. Sie hofft auf einen erfolgreichen Abschluss der Gespräche mit ihren Gläubigern und Finanzpartnern.

Die Klubb-Gruppe ist ein französisches Industrieunternehmen mit 650 Mitarbeitern an vier Standorten in Frankreich, einem in Italien und einem in Großbritannien. Die Mitarbeiter sind direkt und über ihre Tochtergesellschaften tätig und werden von einem weltweiten Netzwerk mit 48 Vertriebspartnern unterstützt.

Die Auslandsgesellschaften der Firmengruppe wie Hematec in Deutschland oder CPL Cumberland Platforms in UK sind demnach nicht betroffen.

Neben den vier am Verfahren beteiligten Unternehmen umfasst die Firmengruppe auch die Titan Aero Group und ihre Tochtergesellschaften Mobitec, Delta Services, Nacelle Assistance et Services, Cumberland Platforms UK, Mondia Wallonie (Belgien), Hematec (Deutschland), Klubb Iberica (Spanien), Isoli (Italien) und Klub Latam (Südamerika).


Vertikal Kommentar

Unseren Informationen zufolge finden heute weitere Gespräche statt. Wir werden daher weitere Informationen abwarten, bevor wir uns dazu äußern. Erfahrungsgemäß verlaufen solche Verfahren, die eher einem Chapter-11-Verfahren ähneln, bei dem das Management die Geschäfte ohne äußere Einmischung weiterführt, in der Regel erfolgreich und sind auch deutlich erfolgreicher als Insolvenzverfahren in anderen Ländern, beispielsweise in Großbritannien.

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