07.04.2026
Liebherr ein Prozent im Plus
Die Firmengruppe Liebherr hat das Jahr 2025 mit einem Umsatz von 14,772 Milliarden Euro abgeschlossen. Im Vergleich zum Vorjahr verzeichnete das Unternehmen ein Umsatzwachstum von 150 Millionen Euro oder 1,0 Prozent und habe sich somit stabil entwickelt, so der Konzern. Dank seiner breiten Diversifikation und dezentralen Struktur konnte Liebherr rückläufige Absätze in einzelnen Produktsegmenten ausgleichen, heißt es.
Gut lief es in den Produktsegmenten
Maritime Krane, Aerospace und Verkehrstechnik, Verzahntechnik und Automationssysteme, Kühl- und Gefriergeräte, Komponenten sowie Hotels, hier erzielte Liebherr einen Gesamtumsatz von 5.427 Millionen Euro. Dies entspricht einer deutlichen Steigerung von 14,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Rückläufig entwickelte sich dagegen der Bereich Baumaschinen und Mining, zu dem die Produktsegmente Erdbewegung, Materialumschlag, Spezialtiefbau, Mining, Mobil- und Raupenkrane, Turmdrehkrane und Betontechnik zählen. Auch wenn die Produktsegmente Spezialtiefbau und Turmdrehkrane zulegen konnten –der Umsatz des Bereichs ging insgesamt um 5,5 Prozent auf 9.345 Millionen Euro zurück.
EU-Lokomotive Deutschland: Regional entwickelten sich die Umsätze der Firmengruppe unterschiedlich. Rückgänge gab es in Asien und Ozeanien sowie in Nordamerika. In Europa ergab sich ein geteiltes Bild: Während die Geschäfte in den Nicht‑EU‑Ländern zurückgingen, konnte Liebherr in der EU ein Umsatzplus erzielen, das insbesondere von einer
positiven Entwicklung in Deutschland getragen wurde. Gewachsen ist Liebherr ebenfalls in Mittel- und Südamerika und in Afrika / Naher und Mittlerer Osten, wobei sich insbesondere Südafrika und die Vereinigten Arabischen Emirate als Wachstumstreiber erwiesen.
Die Firmengruppe erzielte 2025 ein Jahresergebnis von 272 Millionen Euro. Während das Betriebsergebnis im Vergleich zum Vorjahr abnahm, lag das Finanzergebnis über dem Vorjahreswert. Auch im Geschäftsjahr 2025 ist die Mitarbeiterzahl weiter gewachsen: Zum Jahresende beschäftigte Liebherr weltweit insgesamt 55.963 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, 1.235 mehr als im Vorjahr.
Im Geschäftsjahr 2025 investierte die Firmengruppe 708 Millionen Euro in Forschung und Entwicklung. Auch im vergangenen Geschäftsjahr investierte Liebherr unter anderem stark in den Ausbau der Produktionsstandorte sowie in Mietparks und unterstrich damit sein langfristiges Engagement für Innovation und nachhaltiges und organisches Wachstum. Die Investitionen lagen mit 1.059 Millionen Euro erneut auf dem hohen Niveau der Vorjahre und wurden mit in der Firmengruppe erwirtschafteten Mitteln bestritten. Die Abschreibungen läpperten sich auf 587 Millionen Euro.
Um der steigenden Nachfrage nach Mobil- und Raupenkranen gerecht zu werden, hat Liebherr in Ehingen-Berg ein über 500.000 Quadratmeter großes
Grundstück erworben. In Kirchdorf an der Iller entsteht ein neues Versandzentrum. Am Standort Biberach an der Riß führten zwei volumenstarke Aufträge für Großwälzlager aus der Windindustrie zu Investitionen in Produktion, Infrastruktur und Prüftechnik. Bis 2034 modernisiert Liebherr zudem seine
Fertigung von Turmdreh- und Mobilbaukranen in Biberach. Auch international baut Liebherr seine Kapazitäten aus: In Plovdiv (Bulgarien) und in Guaratinguetá (Brasilien) erweitert die Firmengruppe ihre Produktionskapazitäten.
„Liebherr rechnet auch für das Geschäftsjahr 2026 mit einem herausfordernden wirtschaftlichen Umfeld. Globale Unsicherheiten, geopolitische Spannungen und ein weiter steigender Wettbewerbsdruck würden die Rahmenbedingungen weiter prägen“, so
Steffen Günther, Managing Director und Mitglied des Direktoriums der Liebherr-International AG. Entsprechend sei in mehreren Produktsegmenten weiterhin mit einer zurückhaltenden Investitionsbereitschaft der Kunden zu rechnen.
„Auch wenn die Firmengruppe mit einem erfreulichen Auftragsbestand in das Jahr 2026 gestartet ist, erwarten wir eine ausgeprägte Wachstumsphase jedoch erst ab 2027. Bis dahin nutzen wir die Zeit, um gezielt in unsere Standorte, Innovationen und nachhaltige Lösungen zu investieren“, erläutert Günther.
Insgesamt profitiere die Firmengruppe Liebherr von ihrer hohen Diversifikation, ihrer internationalen Ausrichtung sowie ihrer dezentralen Struktur. Diese Faktoren tragen demnach dazu bei, globale Unsicherheiten zeitweise abzufedern. Vor diesem Hintergrund sei Liebherr zuversichtlich, in diesem Jahr weiter zu wachsen, hieß es.
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